Unser Rallye - Tagebuch

   Unser Rallyetagebuch. Mal sehen was so unterwegs alles los ist...Gute Tage, schlechte Tage, hier könnt ihr es lesen. Viel Spaß dabei! 

 

30.11.2017

Von St. Louis /Senegal nach Banjul

Die letzte Etappe

COOL - WIR FAHREN NACH BANJUL

Teil 2

 

Wir nähern uns der Grenze! Auf guter Asphalt Straße. Alles klappt wie am Schnürchen. Die Mitarbeiter der Dresden-Banjul-Organisation sind bereits seit Stunden vor Ort und helfen bei den Einreiseformalitäten. Heinz Borman, der DBO Chef, begutachtet schon aus seinem Blickwinkel heraus die ankommenden Rallye Autos. Da gibt es einige Schätzchen, die bei der Versteigerung viel Geld bringen könnten. Jetzt darf auf den letzten Kilometern nichts mehr passieren. Die Einreise nach Gambia ist geschafft, dank der tollen Vorarbeit der DBO Truppe mit dem Ausfüllen verschiedener Unterlagen für die Rallye Teilnehmer ging es sehr schnell. Die meisten Rallypiloten/innen mussten nur noch ein Formular unterschreiben. Was da genau stand wissen wir nicht, es kann auch sein, dass demnächst einige Dromedare nach Nordhausen geliefert werden. Wer weiß was wir da unterschrieben haben...

Weiter geht’s zur Fähre, wir müssen über den Gambia River.

The Gambia: Ein Land, so weit die Kanonenkugeln fliegen.

England kam zu spät bei der Kolonisierung Westafrikas. Da waren die Franzosen schneller. Aber die Engländer wollten zumindest Einfluss am Gambia River haben, aus wirtschaftlichen Gründen. Englische Handelsgesellschaften gründen Niederlassungen. Es geht auch um Sklaverei. Die englischen Gebiete in Nordamerika brauchen Nachschub an Menschen. Der Gambia River eignet sich aus englischer Sicht hervorragend zum Menschenraub. Der Fluss ist träge und seicht. Wellen gibt es nicht. So kommt man mit Schiffen tief ins Landesinnere.

Das passte den Franzosen natürlich nicht und deshalb machen die Engländer immer wieder Bekanntschaft mit französischen Kanonenkugeln. Das geht so bis etwa 1763. Dann haben beide Seiten die Schnauze voll von der ewigen Kanonenballerei und es wird ein merkwürdiges Abkommen geschlossen. England bekommt einen schmalen Streifen Land entlang des Gambia Rivers von Frankreich. Der Streifen darf so breit sein, das die englischen Schiffe auf dem Gambia River außerhalb der Reichweite der französischen Kanonen bleiben. Die englischen Schiffe fahren nun genau in der Mitte des Flusses entlang und schießen ihre Kanonenkugeln links und rechts ins Land. Genau an der Stelle wo die Kanonenkugeln niederfallen ist dann die Grenze. Englische Kolonialbeamte hatten Jahre damit zu tun um die Kanonenkugeln wieder alle einzusammeln und die Grenze genau zu markieren. 1965 erlangte der kleinste Flächenstaat Afrikas bis dahin auch: „Blinddarm Madame Großbritanniens“ genannt, seine Unabhängigkeit von England. Die Grenze blieb, wie sie durch die Kanonenkugeln festgelegt war...

 

Seit vielen Jahren werden Personen und Fahrzeuge mittels Fähren zum anderen Ufer gebracht. Man ist jetzt dabei, eine große Brücke zu bauen. Der Charme der Flussüberquerung mit den alten Fähren geht dann natürlich verloren, aber auch eben viele Stunden Wartezeit. Es gibt eigentlich 3 Fähren. Aber eine konnte nicht auslaufen wegen zu geringen Wasserstand, eine war kaputt und die letzte war auch nicht ganz in Ordnung. So war nur eine Fähre im Einsatz. Ein Umlauf dauerte über eine Stunde und es konnten immer nur maximal 8 Fahrzeuge ans andere Ufer gebracht werden.

Die „etwas kaputte“ Fähre hatte nur einen Motor als antrieb zur Verfügung. Damit konnte die Fähre manövrieren, aber die Überquerung des Gambia River aus eigener Kraft hätte viel zu lange gedauert. Deshalb war ein Schlepper im Einsatz, der nach ablegen der Fähre seitwärts kam und sich einklinkte, die Fähre über den River schob und kurz vor dem erreichen des anderen Ufers sich wieder ausklinkte. Ein sensationelles Schauspiel!

Nach langem warten ging es dann auch für uns los. Jürgen konnte als erster mit dem Movano ans andere Ufer. Dann Andreas und Micha. Und dann auch Barbara und Sandra mit ihrem Opel Omega. Welche große Freude und Überraschung bei Micha! Seine Frau Katrin stand am anderen Ufer und nahm Micha in Empfang. Große Freude überall!

Aber eine Schrecksekunde oder besser Schreckviertelstunde mussten die „Nordhäuser Wüstenfüchse 2.0“ dann doch noch überstehen.

Zick - Zack – Zeck...mal wieder ist was weg! Diesmal das Portemonnaie von Barbara. Mit allen Papieren und Geld. Sie meine sie hat es heute morgen im Hotel in St. Louis liegen lassen...Eine Katastrophe! Sandra war wieder die Ruhe in Person. Nein, das ist schon da meinte sie. Wir haben nichts vergessen. Barbara war nur schwer zu beruhigen. Verständlich. Aber Sandra hatte recht. Papiere und Geld und Portemonnaie - alles war da! Wir sagten mal dem Torsten von den Orgs Bescheid...wieder mal Fehlalarm bei den „Wüstenfüchsen“. Aber besser so als das wirklich etwas weg ist.

Es war schon richtig dunkel als wir die letzten 180 Kilometer nach Banjul/Sukuta in Angriff nahmen. Mit Polizeieskorte und Blaulicht!!!!1 In den Dörfern entlang der Strecke,jubelnde und tanzende Kinder. So begrüßen die Gambianer ihre europäischen Rallyefreunde.

 

Andreas fuhr die letzten Kilometer mit Andreas im Movano mit und so konnte Katrin bei Micha im KIA Sorento mitfahren. Alle 3 Autos der „Nordhäuser Wüstenfüchse“ kamen wohlbehalten im Blue Kitchen Restaurant in Banjul/ Sukuta an. Team „0611“ hat es geschafft. Spaghetti mit Bolognese wurde aufgefahren, dazu kühles Gambia Fassbier. Mensch, was willst du mehr. Wir haben es geschafft. Cool – wir sind in Banjul!!!

 

 

30.11.2017

Von St. Louis /Senegal nach Banjul

Die letzte Etappe

COOL - WIR FAHREN NACH BANJUL

Teil 1

 

Pünktlich weckte uns der Muezzin! Frühstück, Autos starten und los. 06:00 Uhr am Morgen, es war noch richtig finster als unsere Rallye Kolonne St. Louis verließ. Wir fuhren über die große Brücke über den Senegal River. Diese Brücke soll angeblich Herr Eifel konstruiert haben. Aber nur angeblich. Jedenfalls ist es ein imposantes Bauwerk.

Auf nach Banjul! 600 Kilometer lagen vor uns! Mitternacht wollten wir in der Rallyefahrer Kneipe „Blue Kitchen“ in Banjul/Sukuta sein. Dort wartete Spaghetti Bolognese auf uns, das traditionelle Rallyefahrer Essen, welches es immer nach Absolvierung der letzten Etappe der Dresden-Banjul-Rallye im „Blue Kitchen“ gibt. Außerdem wussten wir ja das eine kleine Herreder Delegation uns erwartete. Christiane, Gudrun und Michas Frau Katrin waren seit ein paar Tagen in Gambia und hatten sich schon viel angeschaut. Im Reise Gepäck hatten sie dringend benötigte Materialien für die DBO (NGO Dresden-Banjul-Organisation) Holger Wötzel, der Theorie Ausbilder der LKW Werkstatt und Heinz Borman, Chef der DBO, hatten die Frauen vom Flughafen abgeholt und dann mit ihnen einige interessante DBO Projektbesuche in den letzten Tagen gemacht. Nun warteten sie auf die Ankunft der „Nordhäuser Wüstenfüchse“ in Banjul/Suku

Aber soweit war es noch lange nicht. Während Barbara und Sandra im Opel Omega wieder so ziemlich an der Spitze des Feldes fuhren waren Andreas und Micha mit dem KIA weiter hinten unterwegs. Zwischendrin war irgendwo Jürgen mit dem Movano. Also alles wie gehabt.

Alles war noch dunkel aber die Stadt war schon wach. Man musste höllisch aufpassen. Alles trampelte kreuz und quer durch die Straßen. Eselkarren, Ziegen, Pferde, unbeleuchtete Autos, Menschenmassen. Alle wollten irgendwo hin. Am besten immer hupen, hupen, hupen. Alles von der Straße scheuchen damit nichts passiert. Unsere „Taktik“ ging auf und wir kamen unbeschadet aus der Stadt.

Getankt werden musste der KIA auch noch. Eigentlich wurde der KIA in der Westsahara mit günstigen Diesel vollgetankt wie die andere Autos eben auch und zusätzlich hatten sie noch 100 Liter Diesel in Kanistern dabei, welche im Movano bei Jürgen deponiert waren. Jürgen hatte auch mit reichlich Westsahara Ersatzsprit vorgesorgt, da war er sehr clever und umging somit die höheren Spritkosten in Mauretanien und im Senegal zum größten Teil. Durch die Abschleppaktion mit dem Omega verbrauchte jedoch der KIA bedeutend mehr Diesel als geplant. Und so entschlossen sich Andreas und Micha doch noch mal 20 Liter im Senegal nachzutanken. Das wurde erledigt, dauerte aber etwas und der KIA fuhr dann den anderen Teams hinterher. Einige Zeit später, oh Wunder, war der KIA auf einmal an der Spitze des Feldes.

Tatsächlich, es funktioniert doch! „Überholen ohne einzuholen“ – dieses von Walter Ulbricht schon im Jahr 1957 proklamierte Ziel der Wirtschafts- und Sozialpolitik der DDR sollte die vermeintliche Überlegenheit des Sozialismus durch Erfolge auch auf wirtschaftlichem Gebiet deutlich machen.

Was daraus geworden ist wissen wir. Sicher, es war nicht alles schlecht aber es hat halt dann doch nicht funktioniert mit dem „Überholen ohne einzuholen“ wie olle Walter es so plante.

Aber bei uns hat es funktioniert. Der KIA war beim Start in St. Louis am Ende des Feldes und plötzlich auf Rang 3...ohne nur ein einziges Fahrzeug überholt zu haben.

Wie das genau passiert ist, wissen wir nicht. Wir vermuten, dass die anderen Fahrzeuge dann auch noch tanken waren. Möglicherweise sind sie dazu runter von der Hauptstrecke an eine Tankstelle und wir sind an ihnen vorbei und haben in der Dunkelheit nicht gemerkt das sie links oder rechts des Weges an der Tanke standen. Und so war der KIA auf der letzten Etappe ganz weit vorne was für Andreas und Micha im KIA Sorento eine neue Erfahrung war. Hat jedenfalls auch Spaß gemacht.

 

Zwischendurch ging es wieder mal Offroad! Es schüttelte und rüttelte....Waschbrettpiste! Ins Fahrzeug kroch der feine Sand überall hin. An einigen Fahrzeugen gab es kleinere Schäden die schnell repariert wurden. Der Opel Omega fuhr wieder gut mit und die Kupplung hält bis jetzt. Prima gemacht Barbara und Sandra! Als auch dieses letzte Stück Offroad geschafft war ging es auf eine ziemlich gute Asphalt Straße. Der Verkehr wurde jedoch immer dichter, scheinbar war in jedem Dorf welches wir passierten gerade Markttag oder so ähnlich. 

Aber das war alles nichts gegen eine Stadt durch die wir mussten, nämlich:

KAOLACK!

Kaolack ist mit seinen 200.00 Einwohnern eine der schmutzigsten Städte Afrikas. Es stinkt überall. Krankheiten wie Malaria, Lepra, Cholera und Gelbfieber stehen hier an der Tagesordnung. Es gibt kaum eine funktionierende Trinkwasserversorgung. Von Abwasserregulierung kann man kaum sprechen. Die Verkehrslage ist grauenvoll, hier macht jeder was er will. Regeln gibt es nicht. Und da mussten wir mit unseren knapp 40 Autos durch, ein Wahnsinn. Ruhe bewahren, nicht in Hektik verfallen, meinten die Orgs. Wenn es sein muss, eben einfach stehen bleiben und warten bis sich der Verkehr wieder etwas beruhigt hat. Alle haben es ohne Unfall durch Kaolack geschafft. Großes Aufatmen bei der Rallye!

Als alle durch Kaolack durch waren machten wir eine kleine Pause. Es kamen Straßenhändler vorbei die Melonen und Bananen verkauften. Eine willkommene Abwechslung.

Dann ging es weiter Richtung Gambia. Die Straße war erstaunlicherweise sehr gut. Micha hatte das noch ganz anders in Erinnerung und war hoch erfreut das nun ein gute Straße zur Verfügung stand. Immer noch gab es Pannen. Endgültig Schluss war so kurz vor dem Ziel die Rallye für ein VW Golf Team. Bereits bei der Abfahrt in Deutschland stimmte was nicht mit dem Auto. Irgendwann lief er nur auf 3, manchmal sogar nur auf 2 Zylindern. Hinter Kaolack ging gar nichts mehr und so wurde er von einem der Orgs Autos nach Banjul/Sukuta zum Rallyeziel geschleppt.

Noch wenige Kilometer bis zur Grenze. Wie wird es weitergehen? Schaffen wir es alle nach Gambia? Hält die Kupplung beim Opel Omega? Das alles erfahrt ihr im 2. Teil der Schlussetappe: Cool – wir fahren nach Banjul!

 

 

 

29.11.2017

Von Parque Dwarling nach St. Louis /Senegal

 

Die Nacht war wieder mal viel zu kurz. Aber heute hatte die Rallye einiges vor. Wir wollten schnell über die Grenze in den Senegal um gegen Mittag in der Atlantik Stadt St. Louis zu sein. Die Grenze war vom Biwakplatz nur eine halbe Stunde entfernt, also ging es rasch vorwärts. Unterwegs fuhren wir an einem kleinen Dorf vorbei. Die Kinder lauerten schon auf Geschenke. Und sie wurden von uns nicht enttäuscht. Ein großer Karton voller Plüschtiere, Fußbälle und Rucksäcke aus dem Transporter von Jürgen stellten wir einfach auf die Straße. Diese Sachen waren alles Mitbringsel die wir von unseren Freunden und Bekannten bekommen hatten um eben mal unterwegs den Kindern eine kleine Freude machen zu können. Die Kinder schauten gespannt was nun passiert. Jürgen hatte den Karton gerade platziert und da ging es auch schon los. Jeder wollte etwas haben, jeder hat auch was bekommen. Es war genug da. Glücklich zogen die Kinder mit ihrer „Beute„ davon. Und wir fuhren weiter zur Senegal Grenze. Auf dem Weg dahin vermisste Micha seine Umhängetasche. Papiere waren zwar nicht darin, aber eine nicht unerhebliche Menge Bargeld. Andreas meinte er hat die Tasche gesehen und sie ist in einen der Autos. Am Grenzübergang konnten wir nicht richtig suchen, sobald wir die Türen der Autos aufmachten lauerten Kinder und Jungerwachsene um irgendwas zu ergattern aus den Autos. Micha informierte die Orgs das möglicherweise etwas fehlt und Torsten rief dann auch noch mal im Nationalpark an ob die was gefunden haben. Hatten die aber nicht. Zur Beruhigung, es hat sich alles wieder angefunden,die Tasche lag im KIA, da wo sie hingehört. Sie war nur unter den Sitz gerutscht.

 

An der Senegal Grenze wieder das gleiche Spiel wie an der mauretanischen Grenze. Fingerabdrücke und ein Foto. 3 Stunden später ging es dann endlich weiter nach St. Louis. Dort trafen wir gegen Mittag im Hotel ein. Die Unterkunft Suche gestaltete sich schwierig. Alles war ausgebucht. Nur noch im Nachbarhotel 3 Kilometer weiter gab es noch Platz. Sandra und Barbara haben sich dann entschlossen in dieses Hotel einzuchecken. Micha ist dann mit dem Opel Omega hin und hergefahren um auch noch was passendes zu finden. Dabei merkte er das die Kupplung sehr, sehr spät ihre Arbeit tut. Naja.. war auch keine neu Kupplungsscheibe und bis Banjul wird es schon halten. Micha hatte kein Glück und entschloss sich im KIA zu übernachten. Jürgen mietete einen Mini Bungalow und Andreas machte es sich in seinem Klappzelt bequem. So waren wir alle untergekommen und freuten uns auf eine Dusche und kaltes Senegalesisches „Gazellen Bier“. Micha bezahlte für die Übernachtung im eigenen Auto plus Abendbrot und Frühstück 20 Euro. Ein stolzer Preis. Die anderen bezahlten noch mehr. Außer Barbara und Sandra. Die wurden von Angelika eingeladen, die mit uns im Minikonvoi nach Nouakchott mitfuhr als wir den Opel Omega in die afrikanische Hauptstadt schleppten. Zum Abendbrot trafen wir uns alle wieder und beizeiten war Nachtruhe angesagt.

Von St. Louis hatten wir nicht so viel mitbekommen, die Zeit für einen Besuch in der Stadt war halt zu kurz. Micha war aber vor 2 Jahrten schon mal hier und konnte einiges erzählen. Die Altstadt der einstigen Hauptstadt von Französisch-Westafrika zählt mit seinen kolonialen Bauten zum Unesco-Weltkulturerbe. St. Louis ist eine gespaltene Stadt. Einerseits spürt man noch immer in Teilen der Stadt den Charme der französischen Kolonialvergangenheit, andererseits sieht man aber auch das große Elend vor allem im Fischerviertel Guet N'Dar. Penetrant stinkt es überall nach getrockneten Fisch. Die Lebensbedingungen der Menschen sind zum Teil erschreckend. Überall Müll und Abfall. Die Kriminalitätsräte ist hoch. So berichtete Micha über seine Erlebnisse mit der "Wüstenfuchsbesatzung" von 2015, als sie 2 Tage in St. Louis waren und die Stadt etwas näher kennlernen konnten

 

Am Abend dann überall auf den Türmen halligali. Die Muezzine versuchten sich gegenseitig an Lautstärke zu übertreffen. War der eine fertig fing der nächste an. Eventuell war ja auch ein Muezzin Wettstreit oder Festival in der Stadt und wir wussten das nur nicht. An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken und Micha meinte, er liebt dann doch seine Herreder Sonntags Kirchenglocken die nur alle 14 Tage Sonntag früh um 09:00 Uhr bimmeln.

 

Irgendwann war dann doch Ruhe, auch der Muezzin muss mal Pause machen. Und so schliefen wir dann doch noch ein paar Stunden bevor uns eine der härtesten Rallye Etappen und zugleich die Zieletappe bevorstand. Morgen geht’s nach Gambia! Cool – bald sind wir in Banjul!

 

 

28.11.2017

Von Nouakchott nach Parque Dwarling

 

Früh beizeiten war die Nacht für uns vorbei. Viel hatten wir heute vor. Doch...es ging wieder alles sehr, sehr langsam. Was bedeutet in Afrika schon Zeit. Schon lange hatten wir uns mit dem Begriff "AMT" auseinandersetzen müssen. "AMT" ist eine Zeitzonenangabe, ähnlich der "MEZ"(Mitteleuropäische Zeitzone). Jetzt werden einige sagen: "AMT", das gibts doch gar nicht. Doch gibts schon. "AMT" steht für nichts anderes als für " African Mayby Time"...das sagt alles! Wenn es heißt um 16:00 Uhr ist ein wichtigerTermin, dann heißt das ab 16:00 Uhr der Termin sein kann, ebenso aber erst um 17:00 Uhr. Wenn es ganz wichtig ist sollte man seinem Terminpartner unbedingt sagen das man "Japanese Time" meint. Die Japanner gelten bei den Africanern als Inbegriff für Pünktlichkeit.

Salik kam zur "AMT" Zeit und brachte die Hiobsbotschaft gleich mit. Die Mechaniker hatten doch keine Kupplung auftreiben können. Beratung mit den Orgs. Falk von den Orgs fuhr mit uns in die Werkstatt um zu versuchen der Sache neuen Schwung zu geben. Währenddessen fuhr die Rallye weiter Richtung Nationalpark zum nächsten Etappenort. Entweder die Reparatur gelingt doch noch oder wir müssen wieder schleppen. Womöglich 1000 Kilometer bis Banjul...

In der Werkstatt gab es dann tatsächlich Neuigkeiten. Sie hatten es geschafft und irgendwo eine Kupplung aufgetrieben. Keine neue, aber noch brauchbar. Unsere alte Kupplungsscheibe mit dem Kupplungsautomaten war nur noch Schrott. Regelrecht zerrieben. Die Reste von den Kupplungsbelägen fanden wir in der Getriebeglocke. Fürchterlich sah das aus.

Es ging dann doch recht zügig voran und gegen 14:30 Uhr konnten wir endlich losfahren der Rallye hinterher. Die Straßen waren fürchterlich,teilweise durchzogen regelrechte Gräben den Asphalt. Nie und nimmer hätten wir den Omega hier lang schleppen können. Der KIA hätte das nicht überlebt.

Unterwegs fuhr sich in einen dieser Gräben der Omega fest. Bei diesen Straßen, kein Wunder. Das „Glücksabschleppseil“ vom Team 601 Jugendtourist aus Mühlhausen war jetzt dran. Das Abschleppseil bestreitet die Rallye zum 4. mal. Es wurde immer wieder nach Hause zurückgebracht und dem nächsten Team übergeben. Mit diesem Seil zogen wir das Auto von Barbara und Sandra aus dem Graben und weiter ging es. Unterwegs überall zerstörte und ausgebrannte Autos. Schreckliche Unfälle muss es hier gegeben haben. Zerfetzte, auseinandergerissene Autos, Lkws und sogar Busse. Bloß schnell weg hier...

Wir gönnten uns kaum Pausen und kamen dem Ziel näher. Es war bereits dunkel da passierten wir einen aufgeschütteten Damm. Hier ging es dann lang zum Nationalpark. Dreck und Staub, Diesel & Dust eben... Aber eben auch noch mehr. Hier gibt es auch, natürlich abseits der Straße, Flamingos, Pelikane, Störche, Kormorane, Kronenkraniche und Fischadler.  Und es gibt auch Warzenschweine, Wasserschildkröten, Schakale, Gazellen und Krokodile.

Wir hatten mächtig aufgeholt auf die Hauptkolonne. Nur 30 Minuten später als die letzten Fahrzeuge der Rallye trafen wir ein. Wir hatten also Stunden aufgeholt. Unsere kleine Kolonne aus 4 Fahrzeugen war natürlich schneller als die große Kolonne der Hauptrallye. Die neue Kupplung beim Omega hat auch gehalten. So waren Barbara und Sandra auch zufrieden.

Wir übernachteten in einer mit deutscher Hilfe betriebenen Nationalparkstation. Ordentliche Duschen und Toiletten und sogar etwas W-Lan. Zum Abendbrot gab es Schaffleisch und Kus Kus. Allerdings war das nicht so unser Ding und so kochten Micha und Jürgen die in Nouakchott gekauften Kartoffeln und dazu gab es wieder Königsberger Klopse. Ein schönes kühles Bier zum Schluss und zufrieden mit dem Tag krochen wir in unsere Kojen.

 

26./27.11.2017

Camping am Atlantik /Nouakchott

 

Ausschlafen war angesagt. Nach dem Frühstück dann Klamotten ordnen und das Auto aufräumen. Unterdessen versuchte Sandra den Kontakt zu Salik herzustellen. Die Reparatur des Omega ging nicht voran. Salik war den persönlich vor Ort und machte ein paar Fotos von dem Opel welche er an den Mechaniker schickte. Scheinbar war das aber nicht ausreichend, der Mechaniker kam dann doch noch auf den Platz um sich das Auto anzuschauen. Erst hieß es, das wäre kein Problem, das Auto wird auf dem Zeltplatz repariert. Etwas später war es dann wieder ganz anders, das Auto sollte in die Werkstatt nach Nouakchott gebracht werden. Also das Auto an den Haken vom Auto des Mechanikers, Andreas setzte sich wiederum an das Steuer vom Omega und Micha fuhr mit dem KIA hinterher. Kreuz und quer durch Nouakchott bis zur Werkstatt. Dort stellten wir den Opel ab und fuhren erst mal wieder zurück. Sobald eine Kupplung verfügbar war sollten wir Bescheid kriegen. Wir fuhren zurück zum Campingplatz, kauften unterwegs frisches leckeres Brot und Wasser. Auf dem Campingplatz warteten wir dann auf die Ankunft der restlichen Rallye Autos die heute am Nachmittag auf dem Zeltplatz eintreffen sollten. Es würde dann später Nachmittag als sie dann so langsam einer nach dem anderen auf dem Zeltplatz eintrudelten. Wie wir hörten wurde aus der geplanten Strandfahrt nichts...die Gezeiten spielten nicht mit und die Orgs bliesen die Fahrt am Wasser aus Sicherheitsgründen ab. Die Rallye fuhr dann genau auf der Strecke nach Nouakchott die wir bereits gestern zurücklegten. Angekommen auf dem Zeltplatz wollten alle duschen, die Kapazität hat nicht gereicht und so gab es neben verstopften Toiletten auch kein Wasser mehr zum waschen. Andreas und ich hatten das kommende Duschen/Toiletten Chaos geahnt und uns deshalb mehrere 5 Liter Kübel mit Wasser bereitgestellt um wenigstens die Toilette mit Wasser versorgen zu können. Für die erste Nacht auf dem Platz hatten wir ja schon bezahlt und die weiteren 2 Tage sollten pro Nase 50 Euro kosten. Inklusive Essen. Dieses Angebot kannte ich ja schon von vor 2 Jahren und ahnte was da kommt. Am ersten Tag am Abend war das essen prima. Es gab Reis und Hähnchenschenkel und Gemüse. Am nächsten Tag gab es zum Mittag wieder Reis, ein wenig Gemüse und so eine Art „gesprengten“ Fisch. Also ein paar Brocken mit Fisch. Zum Abendbrot gab es die Reste der vormaligen Mahlzeiten. Wobei eigentlich alles Reste vom ersten Abendbrot waren. Es war genauso wie vor 2 Jahren. Sein Besteck musste jeder selber mitbringen, da gab es vor 2 Jahren wenigstens noch Plastikmesser und Gabeln. Aber es ist halt so und ich weiß auch das viele Menschen in Afrika dieses Essen gerne haben würden. Allerdings bitte ich auch den Preis zu bedenken. Vor allem wenn man weiß, das das monatliche Durchschnittseinkommen in Mauretanien knapp 80 Euro beträgt.

Am nächsten Tag gab es dann nochmal Neuigkeiten bezüglich der Reparatur am Omega. Die alte Kupplung ist ausgebaut und übermorgen früh bekommen die Mechaniker eine neue Kupplung. Wir hatten mit Salik vereinbart das wir gleich früh um 7:30 Uhr mit in die Werkstatt fahren. Wir packten also noch am Abend unsere Sachen und beluden die Autos, so das wir morgen früh auch gleich los können wenn Salik da ist. Gegen Mittag war Micha aber erst noch mal in der Stadt, hat den KIA getankt und ihm eine Wäsche verpasst. Außerdem hat er irgendwo auf einen Markt Kartoffen und Zwiebeln aufgetrieben. Immer nur Königsberger Klopse mit Fladenbrot...auf die Dauer geht das nicht. Dann hat er noch eine Geldwechselstube gefunden und noch etwas mauretanische Währung zu einem für uns sehr guten Kurs organisiert.

Also gute Nachrichten für den nächsten Tag. Die Rallye wollte um 10:30 Uhr starten. Bis dahin sollte die Kupplung eingebaut sein so das wir gemeinsam mit den anderen Teams die Etappe bestreiten können.

 

 25.11.2017

Die Sahara -  Tag 3

 

Heute geht es zum Atlantik. Motiviert gingen wir ans Tageswerk. Frühstück, Ausrüstung einpacken und losfahren. Heute musste ein besonders schwieriger Wüstenabschnitt bewältigt werden. Es ging leicht bergauf, es standen nur wenige Fahrspuren zur Verfügung die relativ schnell nicht mehr zu gebrauchen waren weil das bisschen feste Sandfahrdecke schnell zerfahren war.

Sandra und Barbara von dem „Frauenwüstenfüchseteam“ hatten es da gut, standen sie doch ziemlich weit vorne am Start. Jürgen war mittendrin und Andreas und Micha war es egal mit ihrem Allrader an welcher Position des Feldes sie fuhren. Alle Fahrzeuge starteten nacheinander im Abstand von jeweils einer Minute. Ein Team aus Österreich hatte ein Drohne dabei und die flogen die zu absolvierende Strecke ab. Per Kamera konnten wir live alles sehen was die Drohne anflog. Ein tolles Spielzeug mit echt beeindruckenden Bildern.

Wir waren dann so ziemlich die letzten als wir von einem die Orgs die Startfreigabe bekamen. Er meinte noch wir sollen oben auf dem Hügel aufpassen da steht ein Fahrzeug mit Kupplungsschaden. Ok, machen wir und los ging es. Also Vollgas und Yippie Yah Yei Schweinebacke ...und den Sandhügel hoch...Its Rallyetime!....

Auf dem Hügel oben angekommen war unsere Freude sofort wie weggeblasen! Da stand links der Frauen Opel Omega! Das musste das Fahrzeug mit der defekten Kupplung sein. Auweiha...das ist ganz ganz böse und ein richtig großes Problem!!!

Wir fuhren erst mal zum Sammelpunkt, anhalten am Hügel wäre Quatsch gewesen, es waren genug Helfer vor Ort. Einige Zeit später zog ein Allrad Team den Omega zum Sammelpunkt. Dort wurde er von einem Fahrzeug der Orgs bis zum Atlantik gezogen. Barbara und Sandra fuhren bei anderen Teams mit. Am Steuer vom Omega war Gunter vom Team „Freaks of Nature“.

Am Atlantik trafen wir so gegen 12:00 Uhr ein. Es waren etliche einheimische Kinder von einem benachbarten Fischerdorf da welche ein paar Kleinigkeiten wollten. Micha hatte die Frontdach Gopro wieder im Einsatz und noch nicht ausgeschaltet. So wurde gefilmt wie Micha etliche Kinder mit Plüschtieren beschenkte. Dann kamen aber Polizisten und verjagten die Kinder.

Nun mussten wir uns Gedanken machen wie es weitergeht mit dem Omega. Die Kupplung lässt sich am Strand nicht reparieren, wir hatten auch keine Ersatzteile dabei. Also mussten wir das Abenteuer Sahara abbrechen und versuchen so schnell wie möglich eine Teerstraße zu finden um nach Noukchott, der mauretanischen Hauptstadt, zu kommen. Nach einigen hin und her war dann der Plan klar. Der Kia zieht den Omega. Micha schleppt und Andreas steuert den Omega. Die Frauen jeweils als Beifahrer in den Fahrzeugen. Ein weiteres Team schloss sich unseren Mini Konvoi an. Walter mit einem 5,5 Tonner Ex THW Mercedes Doppelkabinenfahrzeug. Er verzichtete auf die weitere Wüstenfahrt. Bereits einen Tag zuvor hatte ein weiteres Fahrzeug die Wüste verlassen, auch sie wollten keine Schäden in der Wüste riskieren. Jürgen wollte mit seinem Movano beim Haupttross der Rallye bleiben und nicht mit nach Nouakchott fahren. Für uns ein Risiko, weil im Transporter unser gesamtes Werkzeug, Ersatzräder usw. waren. Aber glücklicherweise ist nichts passiert. Wir fuhren auf uns allein gestellt 240 Kilometer mutterseelenallein durch Mauretanien. Wir hatten noch die Info von den Orgs bekommen das ca. 15 Kilometer vor der Stadt Nouakchott ein Weg rechts reingeht und wir dann zum Zeltplatz "Oceanides" fahren sollen. Im Roadbook waren keinerlei Koordinaten für diesen Ort zu finden. Es soll am Fahrbahnrand ein Hinweisschild geben, so wurde uns noch gesagt. Die Fahrt von unserem kleinen Konvoi verlief unproblematisch, jeder wusste was zu tun war und Gefahrensituationen ließen wir erst gar nicht zu. Also vor allem keine waghalsigen Überholmanöver unserseits und wenn wir merkten das leistungsschwächere Fahrtzeuge uns überholen wollten ist Micha vom Gas und hat sie schnell überholen lassen. Am anstrengendsten war die Fahrt für Andreas, er hat das aber absolut souverän gemeistert! So kamen wir relativ gut vorwärts, machten unterwegs nur einen Tankpause damit Walter seinen Mercedes betanken konnte. Unterwegs gab es wieder zahlreiche Polizeikontrollen, unsere Teamauskünfte (Fiche) wurden immer weniger. Noch vor dem Dunkelwerden trafen wir in Nouakchott ein. Von einem Schild zum Zeltplatz war weit und breit nichts zu sehen. Mehrmals mussten wir wenden und umdrehen. Ein grausiges Spiel vor allem für Andreas, Der war auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, was Micha im Zugfahrzeug macht. Im Auto von Walter fuhr auch dessen Teamkollegin Angelika mit. Die konnte etwas französisch und befragte die Einheimischen nach dem Zeltplatz. Einmal hier, einmal da und dann doch ganz woanders. Ein Typ mit einem fast auseinandergefallenen Mercedes 190 ohne Licht und ohne Bremsen wollte uns den Weg zeigen. Aber der wusste ihn selber nicht wie sich herausstellte. Wir fuhren ihm hinterher, kreuz und quer, mitten durch die Pampa über Stock und Stein. Und der Omega immer am Seil hintendrann. Auch andere Einheimische machten den „Scout“ für uns und suchten den ominösen Zeltplatz. Längst schon war es dunkel und neben uns in der Pampa kurvte auch der lichtlose 190er durchs Gebüsch. Der konnte uns jederzeit rammen, weil er wie ein Gesengter Affe durchs Gehölz fuhr. Wir bereiteten uns innerlich auf eine Übernachtung in der Pampa vor, da hatten wir es doch noch geschafft. Wir konnten mit Salik, deutschsprechender Mauretanier und Unterstützer der Rallye in Mauretanien, telefonischen Kontakt aufnehmen. Die Nummer von Salik hatte Sandra noch am Strand von den Orgs bekommen. Salik dirigierte uns telefonisch mit Unterstützung des „Lichtlosen“ zum Zeltplatz. Geschafft! Wir sind erst mal da. Wir hofften auf diesem Platz auch das andere Team zu treffen, welches bereits gestern den Hauptross der Rallye verlassen hatten. Die sollten auch hier auf dem Zeltplatz sein. Aber sie waren nicht da. Sie hatten die Einfahrt zum Platz nicht gefunden sagte man uns. Und wie wir später hörten, hat auch der Haupttross mit den Orgs der Rallye die Zeltplatzeinfahrt am nächsten Tag nicht sofort gefunden. Und die waren da schon 20 mal...

Ein Tipp, einfach ins Roadbook die Koordinaten des Zeltplatzes schreiben und jeder weiß Bescheid.

Auf dem Campingplatz gab es auch kleine Hütten mit Bad und WC. Pro Hütte pro Nacht 44 Euro ohne Frühstück. Den Luxus gönnten wir uns. Salik nahm für uns Kontakt mit einer Werkstatt auf und schilderte das Kupplungsproblem. Es wird nicht einfach werden den Kupplungsschaden zu reparieren, es gibt hier kaum Opel Fahrzeuge und Opel Omega schon gar nicht. Also gibt es auch keine Ersatzteile.

Heute aber erst mal duschen und ein leckeres Abendbrot, morgen sehen wir weiter.

 

24.11.2017

Die Sahara - Tag 2

 

Aufstehen, Frühstück, Morgentoilette, einpacken, starten, weiterfahren durch die Wüste.....seit Tagen der gleiche Ablauf.

Aber als erstes haben wir die Rücklaufleitung vom Omega gecheckt. Alles gut – alles dicht. Auch die anderen Autos waren repariert und so ging es dann weiter durch die Sahara. Unser Ziel sollte irgendwann am Atlantik sein, als Abschluss der Wüstenetappen dann noch eine megatolle Strandfahrt über etliche Kilometer, wie ich sie vor 2 Jahren schon einmal erleben durfte. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg. Sand, Geröll, Dünen und wieder Sand. Unterwegs sahen wir die Überreste von einem Dromedar. Manche Besatzungen nahmen sich die weißen Knochen und banden sie als Trophäe an ihr Auto. Die Besatzungen der 3 Autos der „Wüstenfüchse“ sahen sich an diesem Tag kaum. Weit auseinandergezogen an verschiedenen Positionen des Rallye Feldes fuhr jeder durch die Wüste so gut es eben ging. Die Frauen hatten sich echt ganz prima auf die Sahara eingestellt und fuhren routiniert mit dem Omega sehr oft im vorderen Bereich des Rallyefeldes.

Heute erwischte es dann aber doch noch den Movano von Jürgen. Irgendwas war im Weg und der Nachschalldämpfer war dann weg! Nicht schlimm, der Wagen hat nun einen entschieden besseren Sound als vorher!

Dann das übliche: Zeltaufbau mit Skier Mittelmast, Abendbrot und Nachtruhe. An den Toilettengang mittels Toiletteneimer hatten wir uns auch gewöhnt. Wir hatten sogar ein Toilettenzelt dabei, welches wir auf diesem Biwakplatz erstmals aufbauten. Hat alles gut geklappt.

Am nächsten Tag sollte es dann zum Biwakplatz am Atlantik gehen. Wir freuen uns darauf megamässig!!!

 

 

23.11.2017

Die Sahara - Tag 1

 

Der erste Morgen in der Sahara Wüste. Der Himmel ist sehr bedeckt. Überhaupt kein schönes Wetter, dunkel und nebelig und grau... Das drückte auch gleich die Stimmung. Aber allmählich klarte es auf und es wurde dann doch recht sonnig und warm. Etliche Rallyepiloten zogen ihre Wüstenkluft an, also Kaftane, Palitücher oder andere recht merkwürdige Gewänder. An dem Platz wo wir übernachteten stand ein alter schrottiger Mercedes LKW aus den 1960er Jahren. Gebrauchen konnten wir davon jedoch nichts....

Erneutes Briefing bei den Orgs. Es gab Tipps für das fahren in der Wüste. Luftdruck runter auf 0,5 bar! Ruhe bewahren. Wenn sich einer eingesandet hat, dann nicht mit einem anderen KFZ raus ziehen, der gräbt sich sofort selber ein. Die befahrbare Sandschicht beträgt nur wenige Millimeter. Dann kommt schon lockerer Sand. Nach dem durchbrechen der Räder durch die feste Sandschicht frißt sich das Rad wie eine Flex durch Aluminium. Deswegen lieber Seile nehmen zum rausziehen der Autos mittels Frauen und Männer Power. Die Orgs hatten Bergsteigerseile dabei, welche sich als sehr effektiv zum bergen der eingesandeten Fahrzeuge erwiesen.

Vor Abfahrt wurde noch der Müll eingesammelt und anschliessend verbrannt. das ist zwar auch nicht ideal aber immer noch besser als den Müll einfach rumliegen zu lassen oder zu vergraben. Klamotten welche nicht mehr benötigt werden wurde einfach an Ort und Stelle liegengelassen. Die holt sich schon irgendeiner...

Und dann ging es weiter durch die Wüste...und immer wieder gruben sich Autos ein... Den Omega erwischte es nicht mehr, dafür den Movano von Jürgen. Stecken geblieben und eingesandet. Irgendwer versperrte ihm den Weg und er musste vom Gas und er sandete sich ein, sagte Jürgen dann später.

Wir fuhren immer ein paar Kilometer und wir warteten dann auf diejenigen, welche wieder flott gemacht werden mussten. So ging das eine ganze Weile und dann merkten wir das der Untergrund steiniger wurde. Da standen dann auch schon 2 Fahrzeuge und hatten sich den Tank aufgerissen! Und da war da aber noch eine Spur, wie eine Linie. Immer schön gerade aus ging die...eine Spritspur!

Dieser Spur sind wir im KIA einfach hinterher. Wir wollten wissen wer da seinen Diesel verliert. Die Spur endete nach 3 Kilometer an einem Auto. Es war......unser Opel Omega!

Da nun doch mehrere Autos Schäden hatten sagten die Orgs das in ca. 2 Kilometer an einer großen Düne Nachtlager bezogen wird und dann können die Autos repariert werden, wenn es denn geht.

Angekommen im Nachtbiwak wurden gleich die Fahrzeuge gecheckt. Beim Omega war die Diesel Rücklaufleitung zerrissen. Da fehlten etliche Zentimeter. Um an den Unterboden besser ran zukommen wurden die Ersatzräder geholt, die Fahrzeuge auf einer Seite angehoben und unter den Rädern die Ersatzräder gelegt. So hatte man dann genug Sicht und Bewegungsfreiheit für die Reparaturarbeiten. Die Leitung vom Omega war relativ schnell geflickt. Ein herzliches Dankeschön an unsere Reparatur Helfer und dann wurde das Zelt aufgebaut. Wir hatten ja so ein riesiges Luftzelt dabei. Also ein Zelt wo man kein Gestänge braucht. Es ist ein ein Luftsack eingebaut der mittels Handpumpe oder Kompressor aufgepumpt werden muss und dann steht das Ding. Irgendwie meinte Andreas das nicht genug Luft in dem Luftsack war und er griff noch mal zur Pumpe. Peng.....und der Luftsack war geplatzt. Kein Zelt mehr...wo sollten wir nun übernachten? Andreas hatte dann, glaube ich jedenfalls, die Idee mit dem Langlaufskiern. Ich hatte von meinem Vater in Themar ein paar alte Langlaufskier geordert die wir am Opel Omega auf dem Dach befestigten. Es war als Gaudi gedacht, mehr nicht. Barbara wollte das zuerst überhaupt nicht, verstand den Spaß nicht. Aber ...sie gewöhnte sich daran mit Langlaufskier durch die Sahara zu fahren.

Andreas baute nun die Skier vom Omega ab und konstruierte aus ihnen so eine Art Mittelmast für das Zelt. Es hat funktioniert und so haben die Langlaufskier aus Themar eine bedeutende Rolle für unser nächtliches Wohlbefinden gespielt.

Wir haben uns dann noch mal bei den anderen Teams erkundigt ob alle Fahrzeuge repariert werden konnten. Alle Teammitglieder der "Nordhäuser Wüstenfüchse 2.0" haben heute Fahrkilometer in der Wüste absolviert. Das Frauen Team Sandra & Barbara hat sich gut geschlagen und auch Jürgen kam trotz einer Einsandung mit der Wüste prima zurecht. Und für Andreas und Micha im Allrad KIA....ja was soll man da sagen. Spaß pur... Ja, alles soweit positiv und morgen früh geht’s dann weiter. Im übrigen hatten wir heute mal unsere "Gopros" im Einsatz. Eine Kamera war direkt am Unterfahrschutz montiert und lieferte klasse Videos vom Fahrzeug mit einer Sicht die man sonst nicht hat. Eine Kamera war auf dem Dach nach vorne und eine andere Kamera auf dem Dach nach hinten positioniert. Tolle Aufnahmen sind dabei herausgekommen.

 

 

22.11.2017

Von Dahkla nach Mauretanien

 

Früh um 05:30 Uhr klingelte der Wecker.

Andreas und Micha checkten aus dem Hotel aus und fuhren zum Zeltplatz um die anderen Teammitglieder abzuholen. Die waren unterdessen schon sehr fleißig und hatten das große Zelt schon abgebaut und waren eigentlich startklar. Im Morgengrauen fuhren wir los Richtung mauretanische Grenze. Unterwegs sahen wir doch tatsächlich 2 Wüstenfüchse auf der Straße herumspielen. Freude pur bei uns, leider sind die Fotos nicht so gut geworden.

Es ging immer weiter Richtung Süden. Eine langweilige, einsame Gegend. Die Sahara naht...

70 Kilometer vor der Grenze zu Mauretanien war dann der Treffpunkt für alle Rallye Teilnehmer. Hier konnte man die letzten Dirham für Diesel oder Cola ausgeben, die Organisatoren gaben letzte Hinweise für das passieren der Grenze. Die Ausreise aus Marokko verlief problemlos. Ich war gespannt auf das „Niemandsland“, also das Gebiet welches zwischen Marokko und Mauretanien liegt. Vor 2 Jahren standen hier noch tausende Autos herum, welche von den „Niemandslandbewohnern“, (ja die gab es wirklich) ausgeschlachtet wurden. Aber diese Autos waren alle weg, keine Schrottautos mehr da. Dafür ein Beobachtungsposten der UN und ein weiterer Beobachtungsposten der POLISARIO, eine militärische und politische Organisation in der Westsahara, welches dieses Territorium für sich beansprucht. Politische Kompliziertheiten...die uns in diesem Moment nicht weiter interessierten.Wer mag, kann ja mal googeln und wird sicher das eine oder andere Interessante über diesen bestehenden Konflikt in der Westsahara finden.

Mit Schrittgeschwindigkeit durchfuhren wir das Niemandsland...von Straße war nicht zu sprechen. Scharfkantiger Gerölluntergrund erlaubten nur eine äußerst vorsichtige Fahrweise. Aber die 3 Autos der "Wüstenfüchse" kamen gut durch und wir waren nun am mauretanischen Grenzposten. Die Zeit des Wartens ging los. Die Orgs hatten uns vorher in Dahkla noch gebrieft es doch möglichst zu unterlassen, in Sichtweite der mauretanischen Posten Bier oder andere alkoholische Getränke zu uns zu nehmen. Sonst konnte man unter Umständen mit einer "Tiefenkontrolle" der Fahrzeug rechnen. Die Mauris genehmigen durchfahrenden Touristen pro Person etwa 3 Dosen Bier. Der Rest muss verzollt werden mit 5 Dollar pro Büchse... Die Ansage der Orgs in Dahkla hatte unseren Movano Jürgen so beeindruckt, das die Biervorräte, die Jürgen nicht gehörten, er aber transportierte, auf die jeweiligen Fahrzeuge der Bierbesitzer umgeladen wurden. Solidarisch zeigte sich das Omega Team. Barbara und Sandra „versteckten“ in ihren Auto einen Teil der Biervorräte der KIA Besatzung.

An der Grenze war es dann entschieden besser sich defensiv zu verhalten und nicht aufzufallen. Ich nehme es vorweg, alle verhielten sich so, dass es keine Schwierigkeiten gab.

Die mauretanischen Behörden stellen seit einiger Zeit an der Grenze die Visa aus. Früher konnte man das vorher regeln über die Mauri Botschaft in Berlin. Das geht jetzt aber nur noch bei der Einreise vor Ort. Also wird man fotografiert und es werden Fingerabdrücke genommen. Bei mindestens 80 Rallyefahrer dauert das ewig. Etliche Stunden mussten wir warten und es war bereits dunkel als wir die Grenze endlich passieren konnten. In dem ganzen „Grenzdurcheinander“ war mir kurzzeitig mein Fahrzeugschein abhanden gekommen. Nach wenigen Minuten hatte ich ihn aber wieder. Ein Posten fand die Zulassung neben dem Zollhaus und gab ihn einen unserer Orgs. Und dann hatte ich ihn wieder.

Ab der Grenze fuhren wir mit militärischen Schutz. Ich möchte darüber nicht ausführlich berichten, habt bitte dafür Verständnis. Es hat seine Gründe. Nur soviel, wir haben uns jederzeit sicher gefühlt, es gab keine Vorfälle und nochmal herzlichen Dank den

"Mauri Militär Rallye Kollegen".

Und dann ging es los in die Sahara. Nach wenigen Kilometern bogen wir links ab von der Teerstraße in die Wüste und zack.....hatten sich die ersten festgefahren oder „eingesandet“ wie man so sagt. Ganz vorne im Schlamassel dabei: der Opel Omega von Barbara & Sandra. Eingesandet...

Aber sie waren nicht die einzigen. Etliche steckten fest. Es ging an dieser Stelle nicht mehr weiter und so beschlossen die Orgs: das Nachtlager wird an Ort und Stelle gemacht und morgen sehen wir weiter. Also haben wir unsere Fahrzeuge wie eine Wagenburg mit einer offenen Seite positioniert und in der Mitte das große Zelt aufgebaut. Zum Abendbrot gab es leckeren Schinken von Spencer, unserem Wurstsponsora aus Zehdenik. Dazu noch Kohlrouladen und Fladenbrot. Das Bier war schön kalt in der Kühltruhe. Die Kühltruhe war ein Traum. Eine Mobicool Hybrid Truhe geeignet für 12 Volt und 220 Volt mit Kompressortechnik. Wir hatten einen Spannungswandler dabei mit einer Dauerleistung von 1500 Watt. Dazu eine Versorgerbatterie und einen Zweitbatterielader. Es funktionierte immer alles zuverlässig und einwandfrei. Wir hatten immer kühle Getränke!

Barbara übernachtete dann wie immer im Omega, so wie Jürgen im Movano. Der Rest im großen Zelt. Ja, da waren wir nun...in der Sahara!

 

21.11.2017

Ruhetag in Dahkla

 

Das könnte möglicherweise der vorerst letzte Eintrag im Rallyetagebuch sein. Morgen gehts nach Mauretanien...Internet mäßig gesehen tiefstes Mittelalter. Auch der GPS Tracker wird dann seinen Dienst einstellen. Eventuell in St. LOUIS im Senegal geht wieder was. Das ist dann so um den 29.11. herum.

Heute war Ruhetag, was gar nicht so viel Ruhe bedeutete.

Die Organisatoren der Rallye hatten um 10:00 Uhr ein Briefing auf dem Zeltplatz angesetzt. Auch die "Außenschläfer", also die Fahrer welche nicht auf dem Campingplatz übernachteten, sondern in Hotels, mussten zu diesem Termin erscheinen. Alle waren dann auch pünktlich da. Die Rallyeteilnehmer erhielten letzte Informationen über den morgigen geplanten Grenzübertritt nach Mauretanien. Weiterhin teilten uns die "Orgs" mit das alle Fahrzeuge der Rallye nun wieder dabei sind. Es gab ja die Schwierigkeiten mit 3 großen Transportern die im Hafen von Tanger Med festsaßen. Mittlerweile war alles geklärt und die Fahrzeuge konnten weiter fahren.

Nach dem Briefing fing dann über all das große arbeiten an den Autos an.

Die Teams reparierten selber oder ließen reparieren. Dazu fuhren etliche Teams in die Innenstadt von Dahkla. Dort gibt es sowas wie eine "Schrauberstrasse". Eine Straße voller Werkstätten. Sobald ein Auto in diese Straße fährt stürmen Dutzende Mechaniker auf die Fahrer zu und bieten ihre Schrauber Dienste an.

Überall wird gehämmert, geschweißt und montiert. Bei  zwei unserer Autos musste der Unterfahrschutz montiert werden. Ein sehr wichtiges Teil welche die Ölwanne vor Schaden schützt denn die Wüste ist unberechenbar. Jürgen, der Wüstenfuchs Movano Fahrer, hatte seinen Unterfahrschutz bereits in Deutschland montieren lassen. Es fuhr nicht zur Schrauberstrasse mit. Der Opel Omega und der KIA Sorento hatten dementsprechende vorgefertigte Alu- oder Stahlbleche dabei, die nur noch montiert werden mussten. Beim KIA stellte sich heraus das der Unterfahrschutz nicht genau passte. Also wurde noch etwas nach gearbeitet. Der Omega Unterfahrschutz wurde auch montiert. Eigentlich wäre es vom Zeitaufwand gar nicht so wild gewesen, aber es zog sich in die Länge. Manche Mechaniker hatten gleich 3 oder 4 Fahrzeuge zur Reparatur angenommen, hatten aber nur eine Reparatur Rampe. Also hieß es warten. Aber es war ja nicht langweilig. Überall konnte man bei den Reparaturarbeiten zusehen. Da wurden Kupplungen gewechselt, arbeiten an der Brems Anlage durchgeführt und noch viel mehr.

Ein Luftbett musste auch noch repariert werden bei uns. Sandra hat das erledigt. Unterdessen fing Barbara mit dem verteilen von  Plüschtieren an die Mechaniker oder deren Kinder an. Allerdings hatte sie nur 3 oder 4 dabei, der große Rest war ja im Transporter und stand auf dem Zeltplatz...

Natürlich wollte nun jeder in der Straße ein Geschenk haben....

Reisender merke dir: verteilst du in Afrika Geschenke, dann achte darauf das du auch genügend dabei hast...

Gegen 14:00 Uhr war alles erledigt und wir konnten uns dem Einkauf von Getränken widmen. Zumindest die KIA Besatzung machte das, das Omega Team fuhr erstmal zum Campingplatz zurück.

Die "Orgs" empfehlen pro Tag pro Person 6 Liter Wasser. Nur zum trinken. 6 Liter Bier wären sicher angenehmer, aber wir reden hier von Wasser! Also haben wir etwas über 70 Liter Trinkwasser gekauft im KIA gebunkert.

Dann sind wir auch zum Campingplatz gefahren. Dort haben Andreas und ich einiges am Auto gemacht. Der Kia ist ja eigentlich schon randvoll aber das Wasser muss ja auch noch ordentlich untergebracht werden. Dann haben wir noch ein Rad gewechselt. Diesmal ohne die "Pistenwiesel... ".

Inzwischen sind die anderen Fahrzeuge von uns auch zum einkaufen gefahren. Es wurde langsam dunkel und wir sind dann los. Andreas ist nun auch mit ins Hotel. Eine Dusche zieht eben mehr als ein staubiger Campingplatz wo es nur Strom von 19 - 23 Uhr gab. Auf dem Weg ins Hotel waren wir noch tanken. An der Tankstelle trafen wir die Omega Besatzung und den Movano Fahrer Jürgen wieder die dort ebenfalls getankt haben. Sie hatten auch Getränke gekauft und waren noch in einem Cafe gewesen.

Der Diesel Preis lag bei etwa 75 Cent. Wir fuhren dann ins Hotel. Dort erfuhr ich das die "Pistenwiesel" grosse Probleme mit einem ihrer Autos haben. Bereits in Frankreich gab es Kupplungsprobleme, in Spanien kauften sie eine neue Kupplungsscheibe um sie dann einzubauen. Das sollten die Mechaniker in der Schrauberstrasse machen. Jetzt stellte sich heraus das die Kupplung überhaupt nicht passt! Falsch gekauft. Also musste man jemand suchen, welcher auf die alte Kupplungsscheibe neue Beläge nietet. Dieses Problem wurde gelöst aber laufen tut das Auto immer noch nicht. Jedenfalls bis um 23:00 Uhr nicht. Da war bei uns dann Nachtruhe. Vorher haben wir im Radio per Internet das RB Leipzig Spiel in Monaco verfolgt und ein zwei Bier getrunken.

Andreas und der KIA haben sich auch wieder vertragen. Allerdings funktioniert Andreas sein Schlüssel immer noch nicht. Entweder die Schlüsselbatterie oder irgendein Zusammenhang mit der Wegfahrsperre.

 

Gruß in die Heimat. Bis Bald.

 

20.11.2017

Beduinen Camp - Dahkla

 

Es hatte doch tatsächlich in der Nacht noch geregnet. Ein Geburtstagsgruß von oben für Sandra Arm. Ein paar Tropfen nur, aber immerhin. Aufstehen, Frühstück, Zelt abbauen, einpacken und los zum nächsten Etappenziel! Auf nach Dahkla!

Entlang am Atlantik. Wenige male hielten wir an. Meist um Fotos von der eindrucksvollen Steilküste zu machen. Unterwegs stand der Fiat von einem Team und brauchte Hilfe.  Kühlerschlauch gerissen, Wasser verloren. Wir konnten mit Kühlwasser helfen und weiter ging es. Seit gestern gibt es verstärkt Polizei Kontrollen. Das  ist hier aber normal. Wir geben dann einen "Fisch" ab. Nein nein...keinen Hering oder Makrele. Das mit "Fisch" bezeichnete Ding ist ein Dokument mit den Daten der Besatzung wie Reisepass Nummer usw. Dieses Dokument heisst eigentlich richtig: "Fiche". Wir sagen dazu: "Teamauskunft" oder eben: "Fisch".

Etliche haben wir schon den Posten unterwegs gegeben. Bisher alles ok. Mal ein Gruss an die Polizei, mal ein Lachen.  Alles easy. Nicht so easy ist die Straße. Der KIA fährt durch ein Schlagloch nach dem anderen. Es ist manchmal sehr schwer auszuweichen wenn die Straße nur noch aus Schlaglöcher besteht. Mir tut das jedoch in der Seele weh. Ich habe soviel Zeit und Geld in das Auto gesteckt. Es soll in möglichst guren Zustand in Banjul ankommen und dem jezen Besitzer noch viele Kilometer treue Dienste leisten. 

Aber der KIA regelt das. Während der Schlagloch Fahrt geht er einfach aus , bleibt stehen und will nicht mehr so geschundenen werden...

Jeder der Sorento Fahrer hat seinen eigenen Fahrzeug Schlüssel. Andreas hat versucht den Sorento wieder zu

starten. Der Anlasser dreht, aber das Auto springt nicht an. Dann nehme ich meinen Schlüssel... und siehe da: sofort springt er an und schnurt wie immer. Ein Zeichen?

 

"Der Abschied tut weh - sag deinem Mädchen Ade".

 

Ohne Zwischenfälle fuhren wir dann weiter bis nach Dahkla. Auf dem Zeltplatz musste ich feststellen, das es keine Zimmer mehr zum Mieten gab. Nicht mehr benutzbar, alles kaputt. Vor 2 Jahren waren die alte Wüstenfuchs Truppe noch hier gewesen und da war soweit alles in Ordnung. Ich habe mich dann entschlossen ein Hotel in Dahkla zu suchen. Die anderen hatten lieber Lust auf Camping. Die "Pistenwiesel" hatten auch keine Camping Lust. So fuhr ich mit den "Pistenwieseln" in die Innenstadt und nach kurzem suchen hatten wir ein Hotel mit Blick auf den Atlantik gefunden wo es noch genügend Zimmer gab.  Zwei Tage kosten mit Frühstück 40 Euro .... 

Und eine Dusche, ein WC und W - LAN...alles da.

Alles richtig gemacht  und schön das ich heute mit meiner Frau telefoniert habe.

Morgen dann die Montage vom Unterfahrschutz und Fahrzeug  Reinigung.

 

19.11.2017

Aglou Plage - Beduinen Camp

 

Nach dem Frühstück ging es gleich los. Auschecken, "Movano" Jürgen am Zeltplatz abholen und ab auf die Piste. Unser heutiges Tagesziel war 560 Kilometer entfernt. Ein Beduinen Camp in der Nähe der Stadt Laayane. Uns war klar...das wird wieder dunkel bei Ankunft sein. Aber egal, das waren wir ja nun schon gewohnt. 

Die Autos fressen Kilometer um Kilometer. Es gibt nur wenig Pausen. Mittag sind wir in TAN -TAN, das Tor zur Westsahara. Mittag gibt es am Atlantik. Also runter vom Asphalt und querfeld ein durch den Sand. Sandra fährt den Omega und sie fährt sich fest. Da war auch mit schieben nichts mehr zu machen. Sandra versuchte mit einem Schäufelchen den Omega auszugraben, ein hoffnungsloses Vorhaben...

Der Movano muss ran und schleppt den Omega durch den Sand. Die erste "Einsandung" gehört dem Frauen Team. Glückwunsch und nicht weiter so. Nach der erfolgreichen Omega Bergung wurden die Gaskocher angeworfen. Vorräte haben wir genug und so gibt es neben Nudelsuppe auch Königsberger Klopse mit Fladenbrot.

Wir sind jetzt unterwegs auf den legänderen Pisten der "Rallye: Paris - Dakar! Überall sieht man in den Durchfahrtsdörfern Hotels mit der Aufschrift "Rallye Paris - Dakar". Fahren, fahren, fahren,  bis zum Tagesziel. Wie wir gedacht hatten, kamen wir im Dunkeln an. Die letzten Kilometer waren wieder Offroad.  Kein schönes fahren. Alle wurden durchgeschüttelt auf dieser Waschbrett Piste.

Angekommen im Beduinen Camp bauten wir das große Zelt auf. Viel Platz im Zelt,  aber nur Micha und Sandra nutzen das auch. Andreas hatte noch ein Wurfzelt von zu Hause mitgenommen und zog es vor in dem Wurfzelt zu übernachten. Jürgen schlief  wie immer im Movano und Barbara nächtigte im Hotel "Omega". 

Kurz nach Mitternacht waren die Orgs im Anmarsch, mit einem 5 Liter Fass Radeberger Bier. Der Grund? Sandra hat am 20.11. Geburtstag. Glückwunsch!

Die Orgs waren die ersten die gratulierten. Dann Micha. Der Rest der Mannschaft dann am Morgen. 

So war dann auch dieser Tag vorbei und der neue hatte bereits begonnen...

 

 

18.11.2017

Marrakesch - Aglou Plage 

 

Auf geht's Richtung Westsahara. Nach dem Frühstück mussten der Omega und der Movano noch betankt werden. Unterdessen verschenkte Micha die ersten Plüschtiere an die Kinder die zufällig an der Tankstelle waren.

Diese Etappe sollte 350 km lang sein und uns in eine Ortschaft mit Namen Aglou Plage am Atlantik führen. Machbar also das wir im hellen ankommen. Dachten wir...

Erstmal Richtung Süden die Autobahn entlang, durch die bergigen Ausläufer des Atlas Gebirges. Der Movano von Jürgen Backsmann hatte ganz schön zu tun. Die Kühltemparatur stieg bedenklich. 

Ausserdem drückte Öl aus dem Servotank. Also abkühlen lassen und dann ging es weiter. Sandra  vom Omega Team hatte in Aglou Plage Hotel Unterkünfte reserviert. Das war unser Ziel. 

Im Sorento wurden die Navi Daten vom Hotel eingegeben. Jürgen im Movano gab die Daten vom Roadbook  Zeltplatz ein. Und so kam es wie es kommen musste: der Sorento fuhr zu dem Standort der Hotel Navigations Daten und die anderen 2 KFZ zum Zeltplatz. Es ging zum Teil querfeld ein über Brücken ohne Geländer und eine tolle Landschaft. Die Sorento Besatzung fuhr genau zu den Koordinaten wo das Hotel sein sollte. Da war aber nichts...

Es hat dann eine Weile gedauert bis die 3 Fahrzeuge wieder zusammen waren, die anderen Fahzeuge waren ja auf dem Zeltplatz. Dann ging es gemeinsam auf zur Suche nach dem ominösen Hotel. In irgendeinem Pampa Nest sollte das sein. Wir fuhren hin und her und her und hin. Kurz und gut...wir haben es nicht gefunden. Alle sind wir zurück nach Aglou Plage gefahren. Jürgen entschloss sich auf dem Roadbook Zeltplatz zu übernachten. Die anderen suchten sich ein Hotel in Aglou Plage direkt am Atlantik. Zum Abendbrot waren nur noch Micha und Andreas anwesend. Es war schon dunkel als es leckeren Salat und Tangine gab. Die anderen waren auf den Zimmern des Hotels oder im Auto auf dem Zeltplatz und ruhten sich von den Strapazen des Tages aus. Es kamen dann auch noch die "Pistenwiesel" aus Sachsen vorbei die auch im Hotel eingecheckt hatten und auch keine Lust auf Camping hatten...

So wurde es dann doch noch ein lustiger Abend...

 

 

17.11.2017

Ruhetag in Marrakesch

Am Morgen merkten wir erstmal dass wir wirklich in Afrika sind. Kein Wasser! Keine Toiletten Spülung! Frühstück dann um 9:30 Uhr. Wasser war dann auch wieder da.

Das Frühstück erwies sich als ...sehr einfach. Und ein Problem gab es auch noch. Wir dachten wir hätten Übernachtung mit Frühstück gebucht. Aber der Einlassdienst am Restaurant meinte, wir müssen 50 Dirham pro Nase für das Frühstück zahlen (5 €). Micha ist dann zur Rezeption und hat gefragt ob da ein Irrtum vorliegt. Nein, alles richtig. Laut Vertrag hatten wir ohne Frühstück gebucht.  

Kaum vorstellbar, aber eben dann nach Einsichtnahme in die Buchung dann doch Tatsache. Naja, Andreas hat dann seinen Geldbeutel aufgemacht...und seinen Anteil bezahlt. Die anderen sind noch am überlegen...

Nach dem Frühstück fing dann jedes Team an seine "Tagessufgabe" umzusetzen. Während sich die "Sightseeing Mannschaft" sich gleich nach dem Frühstück per Taxi in die Innenstadt " begab, fuhr das KIA Team zu einer Total Tankstelle.

 

"Waschen - Legen - Föhnen". 

 

Der KIA bekam das exklusiv Programm verpasst. 

Handreinigung + Handpolitur. Kontrolle von Öl, Wasser, Luft. Ausserdem mit dem Staubsauger ran. Gut drei Stunden hatte das KIA Team zu tun und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

Blitzeblank, fast wie ein "Neuwagen". Aus einiger Entfernung zumindest...

 

"Der Abschied fällt schwer - sag meinem Mädchen Ade..."

 

Gut soll es der KIA Sorento 2,5 CRDI die letzen 4000 Kilometer mit seiner deutschen Charity Rallye Besatzung haben. 

Der KIA wurde zum Schluss dann noch vollgetankt und das KIA Team fuhr zurück zum Hotel.

Dann nahmen sich auch Andreas und Micha ein Taxi und fuhren zum zentralen Marktplatz in Marrakesch, dem "Platz der Gehängten". Verkaufsstände, Musiker, Dutzende Schlangenbeschwörer...und noch viel mehr. Ein Riesen Halligali!

Alibaba und die Apokalyptischen Reiter. 40 Räuber wären da viel zu wenig. Ehrlich, Menschenmassen über Menschenmassen. Wahnsinn!

Micha und Andreas besorgten sich Ansichtskarten und Briefmarken, gingen ins Cafe" France" und schrieben bei marrokanischen Kaffee Grüße an die Familien nach Hause. Dort traffen sie auch Movano Fahrer Jürgen. Auch der Rest der "Sightseeing" Truppe war in der Nähe. Endgültig traf man sich wieder bei den Verpflegungsbuden, die hier alle mit einer Nummer versehen sind. Alle Rallyefahrer und Rallyefahrerinnen sollten sich an der Nummer "22" treffen. Gesucht und gesucht....aber nicht gefunden. Waren wir dann eben bei einer anderen "Nummer" essen. Spieße, Tangine, Salate, Fladenbrot. Lauter tolle Sachen.

Alles war sehr lecker und die "22" haben wir dann auch noch entdeckt. Da sich alle Rallyeteilnehmer an der "22" treffen wollten, haben viele nach der "22" gefragt. Irgendwie hatte die "22" in den letzten Monaten eine neue Nummer bekommen, warum auch immer. Das wusste aber von den Rallye Leuten niemand. Aber die Marokkaner sind fix und haben ein Pappschild mit der "22" gemalt und über ihre neue Nummer geklebt. Also: die "22" gibt es wieder...

Nachdem die Sache mit der "22" geklärt war, traten wir den Heimweg an. Die "Sightseeing" Leute fuhren vorneweg zum Hotel mit dem Taxi und das KIA Team nach Klärung der Angelegenheit "22" ebenfalls mit einem Taxi der Marke "Dacia Logan" hinterher. 

Die KIA Fahrer tranken noch ein, zwei Dosen "Sankt Miguell" und dann war Feierabend.

Morgen heisst es dann Tschüss Marrakesch und es geht auf die Piste immer weiter nach Süden.

 

 

 

 

16.11.2017

Briech - Marrakesch 

 

Heute ließen wir es gemächlich angehen nach dem nächtlichen Stress wegen der Einreise. Frühstück um 10 Uhr...Wenn man zu dem Frühstück überhaupt Frühstück sagen konnte. Ein kleines Stück Butter und ein kleines Stück Marmelade. Dazu Baguette und ein Kaffee. Das war es dann auch schon. Aber so richtig Hunger hatten wir auch gar nicht. Neue Eindrücke ringsum. Micha hat sich mal bei den Organisatoren erkundigt wann die 3 Transporter kommen die noch im Hafen von Tanger Med stehen. Keine wirklich  befriedigende Antwort. Man arbeitet dran... Also doch wohl eine schwierige Sache. Das Problem ist,  dass diese großen Transporter hier schon als LKW gelten und deshalb Frachtpapiere haben müssen. Aber die sind ja eigentlich  nicht gewerblich unterwegs sondern privat, da braucht man das ja nicht. Die marokkanischen Behörden sehen das wohl etwas anders. Mal sehen wie das weitergeht.

Wir sind dann gegen 11 Uhr losgefahren Richtung Marrakesch. Marokkanische Simkarten hatten wir schon und so konnten wir uns den Zwischenstopp in Rabatt sparen.

Das KIA Team hatte dann ein echtes Problem mit dem rechten Hinterreifen. Allmählich fing es an...Vibrationen! Immer stärker wurden sie. Rechts ran ging nicht. Wir waren auf der Autobahn, hier anhalten wäre viel zu gefährlich.  Also langsam zum nächsten, etwa10 Kilometer entfernten, Rastplatz. Die letzten Kilometer haben den Reifen endgültig ruiniert. Das Ersatzrad wurde montiert. Dabei halfen das Team: " Westafrikanische Wüstenwiesel" aus Sachsen. Die waren zufällig auch gerade auf dem Rastplatz und packten sofort mit an. Nach 90 Minuten ging es weiter Richtung Marrakesch. Unterwegs buchten wir per Internet ein Hotel in Marrakesch. Niemand hatte jetzt schon Lust auf Camping u d wählten deshalb ein preiswertes Hotel. Wir passierten den östlichen Rand von Casablanca und fuhren die Autobahn nach Marrakesch in weiter.

Marrakesch empfing uns mit chaotischen Verkehr. Aus drei Spuren machen die fünf.  Zuviele Autos und zuwenig Straße. Aber wir kamen gut bis zum Hotel. Das einchecken ging sehr schnell, keine Probleme. Wir hatten noch eine Dose mit Würstchen, dazu ein paar Bier und der Abend war gerettet. Es wurde schnell der morgige Tagesablauf besprochen. Das Omega Team und der Movano Fahrer wollen mit einem Taxi in die Innenstadt um sich Marrakesch anzusehen, die KIA Fahrer wollen sich eine Tankstelle suchen um ihr Auto zu reinigen und ein paar Service Arbeiten am Fahrzeug zu machen. Das KIA Team wollte nach Erledigung der Service Arbeiten ebenfalls in die Innenstadt zum "Platz der Gehängten" um sich zum gemeinsamen Abendbrot mit den anderen Team Mitgliedern und weiteren Rallye Teilnehmer anderer Teams zu treffen. Gegen 23 Uhr war dann Feierabend...

 

15.11.2017

Meerenge von Gibraltar - Tanger Med - Briech

 

Und jetzt ging es über die Meerenge von Gibraltar. "Das Boot"....einigen kam der Film mit Jürgen Prochnow gerade jetzt in den Sinn. Warum auch immer...

Im Hintergrund das britische Gibraltar, ein schönes Fotomotiv. Auch wir haben es genutzt.

Die Überfahrt verlief problemlos und die Fähre legte pünktlich im marokkanischen Hafen Tanger Med an. Die Autos fuhren von Bord zur Zollabfertigung. Alles ging recht zügig.

Dann ging es nicht mehr weiter. Neue Regelung der marrokanischen Behörden: alle Fahrzeuge, welche in die West Sahara fahren, müssen zum Scannen. Also erstmal quer durchs gesamte Hafengebiet ans andere Ende. Dann wieder zurück um dann doch wieder zum anderen Ende zu fahren. Und zwischendurch immer warten, warten, warten...

Endlich waren wir dran und mussten in eine große Halle fahren.  Fotoapparate sollten wir mit rausnehmen. Wir verließen die Halle, die Tore wurden geschlossen und die KFZ wurden gescannt/ durchleuchtet. Nach was die da wohl suchen? Da bleibt viel Raum für Spekulation, an der wir uns nicht beteiligen.

Nach dem scannen dann wieder zum anderen Ende des Hafengeländes.

Und wieder warten. Stunden!

Es hieß dann,  das alle KFZ bis zur letzten Limoflasche ausgeräumt werden müssen. Oje, das wäre der Supergau für alle 36 Fahrzeuge. Viele Stunden ausräumen und wieder einräumen... Aber dann ging es auf einmal los. Wie aus dem nichts hieß es: "Zur Zollabfertigung, alle los."

Gleich 4 Spuren wurden aufgemacht und ein Rallye Auto nach dem anderen wurde nur kurz kontrolliert und konnte passieren.

Geschafft! Dann tauschten wir Geld. Gleich nach dem Hafengelände gib es Wechselstuben und Automaten. Pro Auto tauschten wir 300 Euro in Dirham. Das Omega Team musste auch noch eine Versicherung bezahlen für die Durchfahrt  von Marokko. Die in Deutschland gekaufte Versicherung war genau einen Tag zu kurz. Die Besatzungen der 3 "Wüstenfüchse" Autos hatten eine 30 Tage Versicherung für Ausfuhrkennzeichen  bereits in Deutschlandgekauft. Wäre der Omega nur einen Tag später zugelassen worden, hätte es gereicht... Bei den anderen Autos passte es.

Also Versicherung gekauft, marokkanische Simkarten gekauft...Jetzt ging es los. Bei der nächsten Tankstelle musste der unersättliche  Movano neuen Sprit haben. Unglaublich was der Opel an Sprit frisst. Nach dem tanken ging es dann auf die marokkanische Autobahn. Der Movano vorne weg. Ausfahrt verpasst! Also noch mehr Zeit verloren. Der KIA fuhr jetzt als "Pathfinder". Micha war bei einer der vorherigen Rallyes schon mal dabei und kannte den Weg noch so halbwegs. Der Rest erledigte dann die Handy Navigation. In der Touristenanlage in Briech orderten wir Zimmer für etwa 35 Euro pro Nase. Zu essen gab es nichts mehr zu kaufen aber wir haben ja Unmengen von Dosenwürstchen dabei. Also den Gaskocher aus dem KIA geholt und Würstchen warm gemacht. Dazu ein,  zwei  " Serveza ". Um 03:00 Uhr morgens war der Tag zu Ende.. Nachtruhe.

Wenige Stunden später war die Nacht schon wieder vorbei....

 

15.11.2017

Romilla - Algeciras 

 

Heute fahren wir die letzte Europa Etappe auf unseren Weg nach Gambia mit der Rallye: Dresden -Dakar - Banjul. Unsere Autos verlassen heute die gewohnten europäischen Straßen. 

Wie singt Santiano? "Der Abschied fällt schwer - sag meinem Mädchen ade"...

Unsere "Mädchen" sind unsere Autos!

3000 Kilometer sind geschafft - jetzt kommt Afrika.

Heute morgen sind wir um 08:00 Uhr in Romilla abgefahren. Quer durch die Sierra Nevada. In Malaga haben wir nochmal eingekauft. Team untypisch hat sich jede Fahrzeug Besatzung ihren eigenen Kram gekauft.

Und dann ist es passiert! Bei der Ausfahrt vom Lidl Einkaufszentrum hat es gekracht. Der Movano kam nicht aus der Ausfahrt und musste leicht zurücksetzen. Der KIA wollte deswegen auch etwas zurück um Platz zu machen. Aber da war hinter dem KIA  ein spanischer Ford im Weg. Eine Minute später hatte der nicht mehr ganz so neue Ford einen Riss in der Frontschürze. Der Schreck war groß, der Schaden mäßig.   

Die Angelegenheit wurde mit den Besitzern "geklärt". Das heißt, es wurde eine gewisse Summe an die Besitzer des Ford gezahlt. Die Besitzer des Ford blieben erstaunlich gelassen bei der ganzen Angelegenheit.

Der KIA hatte keinen Schaden, die Hängerkupplung hat alles abgefangen. 

Nach diesem bedauerlichen Vorkommniss ging es weiter ohne Zwischenfälle nach Algeciras zum Fährhafen.

Hier treffen wir die anderen Teams. Einige sind aber auch schon in Marokko.

Nach dem ablegen im spanischen Fährhafen Algeciras schippern wir um Gibraltar herum, um dann über die 40 km breite Meerenge von Gibraltar zu fahren.

 

Afrika  - wir kommen.

 

 

14.11. 1017

Castelldefels - Romilla

Die vorletzte Europa Etappe hatte es richtig in sich. Knapp 1000 Kilometer lagen vor den Besatzungen der 3 Rallye Autos.

06:20 Uhr  war wecken, Start dann 08:00 Uhr. 

Wir verließen Katalonien bei angenehmen 18 Grad. Bei Valencia waren wir tanken. Die Tochter vom Chef der kleinen Landtankstelle erwies sich als Meisterin ihres Faches.  

Randvoll, incl. der Radkästen...waren die Tanks. Der Preis lag bei 1,07 € pro Liter.

Am Mittag dann Rast auf einem Parkplatz. Verpflegung aus der Kühlbox. Die gesponserte Wurst von meinem Freund Spencer musste dran glauben.  Sehr sehr lecker. Der von meinem Vater gesponserte Gaskocher wurde auch ausprobiert. Alles funktioniert.

Nach der Rast ging es weiter über Alicante und Murcia nach Lorca und dann weiter nach Baza und Granada. Der KIA fuhr wie immer am Ende der kleinen Nordhäuser  Kolonne und konnte immer mal interessante "Duelle" zwischen dem Omega Team und diversen marokkanischen LKW's beobachten. Die Spitze des Feldes bildete wie schon in den letzten Tagen der Opel Movano. Ja, nur 80 PS sind sehr grausam in der Sierra Nevada....Aber es ist nicht zu ändern. Es war schon dunkel als wir die Großstadt Lichter von Granada sahen. Mächtig gewaltig...würde Benny sagen. Zwischendurch fuhr auch mal einer der KIA Fahrer den Omega. Keine brennenden Warnlampe waren zu sehen. 

Unsere Unterkunft war eine gute halbe Stunde entfernt von Granada  in dem Ort Romilla. Alles bestens - super Unterkunft. Die Omega Besatzung im DZ, die KIA Fahrer auch und der Movano Kutscher wie immer im Einzelzimmer. Der Mann schnarcht....Deswegen darf (muss) er ins Einzelzimmer.

Koffer aufs Zimmer und ab in die Taverne. Die Omega Besatzung hatte keine Lust und so zogen die anderen Fahrer alleine los. Super Taverne. Mit TV und Fussball. ( Russland - Spanien 3:3) Die letzten europäischen Steaks gab es für uns und ein paar "Servezas". Alles sehr lecker. Zum Schluss gab es noch die Spezialität des Haus. Für jeden einen Fingerhut voll Absinth mit 85%. Ohhhhhh, der brennt alle Keime weg. Bezahlt haben wir für 3x große  Rindersteaks, 9 Bier und 2x Rhaki ähnlichen Likör knapp 75 Euro. Wir sind dann in die Unterkunft gelaufen und noch vor 24 Uhr lagen wir in unseren Betten. Morgen gehts dann auf zur letzten Europa Etappe zum Fährhafen nach Algeciras. Die Autos laufen gut, alle sind gut drauf. Eine super Etappe!

 

 

13.11.2017

Castelldefels / Barcelona 

 

Ausschlafen....Die Besatzungen der 3 Autos der "Nordhäuser Wüstenfüchse" lassen es ruhig angehen. Nach dem Frühstück werden die Fahrzeuge aufgeräumt und "Platzoptimiert". 

Die KIA Besatzung räumt ihr Fahrzeug ziemlich leer, damit die hintere Sitzbank wieder genutzt werden kann. Während der Räumarbeiten kommen auch die netten Schweden von gestern Abend vorbei. Vom KIA sind sie sehr begeistert. Es gibt dann noch ein gemeinsames Foto und die Schweden verabschieden sich und fahren weiter auf ihrer Katalonien Rundreise.  Wir wollen mit dem KIA nach Barcelona, deswegen haben wir die hintere Sitzbank wieder nutzbar für den Personentransport gemacht. Alle steigen in den KIA SORENTO ein und los geht's. Erst zum Montjuice, dem "Hausberg" von Barcelona. Dort befindet sich ein großer Friedhof. Auf diesem Gelände ist sich auch ein Platz, wo etliche Grabplatten und Denkmäler der im spanischen Bürgerkrieg gefallenen Angehörigen der "Internationalen Brigaden" zu sehen sind. Die Grabplatte von Hans Beimler befindet sich auch hier. Auch an die Opfer der Franco Diktatur wird auf diesem Platz erinnert. Erst nach dem Tode Francos 1975 war es möglich, diese Erinnerungsstätten zu errichten.

Vom Montjuice ging es dann per Taxi weiter zum Café Zürich auf dem Katalonien Platz. Dann zu Fuß die Rambla runter bis zur Kolumbus Statue. Von dort aus per Taxi zum Montjuice, wo ja noch der KIA steht. Und dann zurück nach Castelldefels. Im Dunkeln kommen wir am Hotel an. Die KIA Besatzung muss ihr Auto noch einräumen, das dauert etwas. Dann gibt es Abendbrot und die Route für den nächsten Tag wird besprochen. Wir müssen Abstriche an der Tageskilometer Leistung machen. Wir sind im Konvoi mit 3 Fahrzeugen zu langsam um in 14  Stunden 1000 Kilometer zu schaffen. Soweit ist es in etwa von Barcelona nach Malaga, dem nächsten geplanten Etappen Ort. 

Wir entschließen uns nur bis Grenada zu fahren. Das sind knapp 200 Kilometer weniger. Dafür wird wohl der Besuch in Gibraltar entfallen aus Zeitgründen. Schade, aber nicht zu ändern. Andere Rallye Teams haben wir heute leider nicht gesehen. Wir melden uns aber täglich telefonisch bei den Rallye Organisatoren ("Orgs" genannt).

Heute geht es früh zu Bett. Morgen ist um 06:30 Uhr wecken. Um 08:00 Uhr wollen wir dann fahren. Die letzten 1000 Kilometer in Europa...

 

12.11.2017

Vom Breisgau nach Castelldefels  

 

Ohne Pause geht es in den neuen Tag. Und so wie der letzte aufhörte, fängt der neue an: mit Regen. Vorbei an Mulhouse, Lyon, Montpellier und Narbone zur spanischen Grenze. Unsere Durchschnitt Geschwindigkeit liegt bei etwa 60 Kilometer pro Stunde. Immer wieder Pausen. In der Kolonne fährt es sich eben langsamer als im Einzelfahrzeug. Wir wollten eigentlich vermeiden in Frankreich zu tanken wegen den hohen Sprit Preisen.  Aber es musste dann doch sein, die vollbeladenen Fahrzeuge brauchen deutlich mehr Sprit als angenommen. Ist nicht zu ändern und so sinkt der Bestand  der Bord Kasse schon in Frankreich erheblich. Vor allem der Movano hat sich als Sprit Fresser erwiesen. Er ist aber auch am schwersten beladen.

Nach Lyon ein kurzer Schreck. Der Opel Omega biegt falsch ab! Der KIA fährt hinterher, "sammelt" den Omega wieder ein und es geht wieder zurück auf den richtigen Weg. Meist fährt der Movano vorne weg und der KIA als Schlussfahrzeug. Mitten in Frankreich teilt die Omega Besatzung dem Rest des Mini "Wüstenfuchs" Konvoi per Funk mit das etwas mit dem Auto nicht stimmt. Auf dem nächsten Parkplatz haben wir angehalten und nachgeschaut. Die orange Motorkontrolanzeige im Omega Display brennt! Optisch ist kein Fehler zu entdecken. Es kann alles mögliche sein. AGR Ventil? Ohne Diagnose Gerät nicht zu sagen. Ein Leistungsverlust ist jedenfalls nicht zu merken. Also beobachten und weiterfahren.

 

Am späten Vormittag erreichen wir die spanische Grenze. Wieder die Suche nach einer Tankstelle und nach der Abfahrt von der Autobahn ist auf einmal jedes Fahrzeug für sich alleine. Durch die Einzel Abfertigung an der Mautstelle gibt es Verzögerungen und zeitweise haben die Besatzungen keinen Sichtkontakt untereinander. Auch erweist sich eines der Funkgeräte als unzuverlässig, die Reichweite betreffend. Aber es gibt ja noch die Telefone und so sind nach kurzer Zeit wieder alle Fahrzeuge zusammen. Bei Girona wird getankt und weiter geht's nach Castelldefels hinter Barcelona, wo wir gegen 15:30 Uhr im voraus reservierten Hotel "Solifimar" eintreffen. Ein toller Blick aufs Mittelmeer erwartet uns. 

 

Nach dem Abendbrot waren die KIA Besatzung nochmal ein Bier trinken in der am Hotel gelegenen Taverne.  Dort trafen sie eine kleine Gruppe ältere Schweden, welche eine Katalonien Rundreise machen. Sie wohnen auch im Hotel und ihnen fielen die bunt beklebten Autos auf, die auf dem Hotelparkplatz stehen. Einer der Schweden konnte ziemlich gut deutsch und so war die Verständigung nicht schwierig. Die KIA Besatzung erklärte den Schweden was es mit Fahrzeugen auf sich hat. Die Schweden waren so begeistert das sie spontan die Bier Rechnung der KIA Besatzung übernahmen. Und ein Angelurlaub in Schweden wird  es nächstes Jahr wohl auch geben...

 

Morgen ist Ruhetag und ein Kurztripp nach Barcelona ist geplant. Gute Nacht!

 

 

11.11.2017  

 Start

 

Endlich geht es los. Um 8 Uhr treffen wir uns mit unseren Freunden am Gasthaus "Zur Linde" und sagen Tschüß.

Dann weiter nach Nordhausen zum Rathaus. Hier wurden wir verabschiedet von unserem Landrat, unserem Oberbürgermeister und von Frau Ministerin Keller. Obendrein gab es noch einen Fussball von Wacker 90 Schatzmeister Pistorius.

Nachdem wir uns von unseren Familien verabschiedet hatten ging es im strömenden Regen weiter nach Themar. Hier traffen wir uns mit dem Bürgermeister Hubert Böse und einigen Einwohnern der Stadt. 

"Themar ist menschlich".

Diese Botschaft von Hubert Böse nehmen wir mit nach Afrika.

Und weiter ging es. Am Abend passierten wir die französische Grenze. Tanken, essen, weiterfahren. Sandra informiert die Rallye Organisatoren das wir auch auf der Piste sind.

Jedoch, wir kommen nicht gut voran. Der Opel Movano von Jürgen hat nur 80 PS, an jedem Berg geht er in die Knie. Am Omega brennt eine orange Warnlampe. Weiterfahren und beobachten... Viele Stopps, das schlechte Wetter ist auch nicht gut fürs vorwärtskommen. Eine erste Begegnung mit einem anderen Rallye Fahrzeuge. Schade, wir haben leider  die Startnummer nicht erkannt.

Dann später geht einige Stunden gar nichts mehr.  Alle sind müde und hängen in den Seilen. Es kann nur besser werden...

Freitag,10.10.2017 (noch ein Tag bis zum Start)

 

Heute war wieder ein reichgefüllter Tag. Am Vormittag waren Barbara und ich mit unseren Fahrzeugen bei den Stadtwerken Nordhausn zu Gast. Wir durften unsere Fahrzeuge betanken!

Ein Herzliches Dankeschön an die Nordhäuser Stadtwerke. Großes Dankeschön auch noch an Gabi Schuchardt und den äußerst netten Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke!!! Obendrauf gab es neben dem Sprit auch noch etliche Werkzeugschlüssel. Vor allem große Größen als Direktspende für die LKW Werkstatt in Sukuta!

Gegen 14.00 Uhr traf dann Jürgen mit dem Wüstenfuchs Transporter ein, gleich ging die Beladung los. Ich glaube 14 Koffer voll mit Plüschtieren, Anziehsachen, Schuhen und Werkzeug wurden verladen. Alle "Wüstenfüchse" haben beim verladen geholfen.

 

In Dresden war heute der Prolog der Rallye beim Breitengrad e.V., dem Veranstalter der Rallye. Wir wären gern dabei gewesen....

Wir sind dann ab morgen am Start! Der link vom GPS Tracking ist dann "scharf" . De nächste Rallyebuch Eintrag ist dann morgen Abend. Auf dem Weg nach Barcelona.

Micha

Donnerstag 09.11. 2017 (noch 2 Tage bis zum Start)

packen packen packen.....

Alles muss irgendwie im Auto unterkommen. Aber gestern erstmal der große Schreck! Batterie leer, der Kia springt nicht an. Batterie wurde aber erst geladen. Irgendwas stimmt nicht. Die Lichtmaschine, der Regler, Batterie defekt? Erstmal eine neue Lichtmaschine und Zubehör bestellt.  Heute früh zu Jürgen Mucha (Auto Crew) in die NDH Bahnhofstraße gefahren. Hier gab es sofortige Hilfe!!! Mechaniker Dietmar hat geich alles gemessen was zu messen geht. Ladestrom fließt mit 14,5 Volt, also in Ordnung. Die Lichtmaschine und der Regler ist es nicht. Bleibt die Batterie. Die ist zwar erst ein Jahr alt und hat die Kaliningrad Touren sehr gut mitgemacht, aber naja. Also Batterie Wechsel. Jürgen Mucha hat sofort eine passende leistungsstarke Fiamm Titan 100 Ah geordert. Gegen Mittag haben wir die neue Batterie eingebaut und hoffen das es jetzt keine Probleme mehr gibt. Großer Schreck aber Dank der "Auto Crew" von Jürgen Mucha ist das Problem erstmal gelöst. Ich hoffe dauerhaft.

Ach so, die bestellte Lima ist noch nicht da... Ich überlege, sie eventuell doch mit zunehmen wenn sie bis morgen da ist. Man weiß ja nie.

 

Dann ging es heute Nachmittag weiter mit einkaufen von allen möglichen Kram. Lebensmittel, Ersatzlampen, Spanngurte, Transportkisten....

Meine Frau hat mir, so wie in den letzten Rallye Vorbereitungs Wochen überhaupt, wieder super geholfen, T-Shirts mit "Anti Mosquito" imprigniert, Taschen und Koffer gepackt.

Ich habe unterdessen die letzten Aufkleber am Auto angebracht, Kühlwasser nachgefüllt und die große Kühlbox eingebaut. Die ersten Kisten habe ich ebenfalls schon im Auto untergebracht, alles muss gut überlegt sein. Und zwischendurch mit der Landeswelle Thüringen noch ein Interview gemacht...

Morgen gehts dann weiter. Es gibt noch viel zu tun bis zum Start übermorgen.

Micha