03.12.2017

 

Der Tag der Tage

 

Heute werden unsere Autos versteigert

 

Nun ist es soweit. Unsere Autos kommen unter dem Hammer. Deshalb sind wir knapp 8000 Kilometer hierher gefahren durch 7 Länder in Europa und Afrika!

 

Wir Fahren um zu helfen!

Unsere Autos waren am diesen Morgen tip top sauber. Über Nacht hatten wir einen Car Reinigungsservice beauftragt, die Fahrzeuge in Bestzustand zu bringen. Die investierten Dalasi haben sich gelohnt, alle Autos strahlten vor Sauberkeit. Wir fuhren am Morgen vom Hotel los und alle Fahrzeuge trafen sich beim Blue Kitchen, der DBO Vereinsgaststätte.

Dann ging es im Konvoi mit fast 40 Autos zum Fußballstadion. Dort sollte die Versteigerung stattfinden. Aus nah und fern kommen die Käufer. Selbst aus dem Libanon und Kenia reisen die Interessenten an. Die Fahrzeuge welche hierher gebracht werden haben einen guten Ruf. Ein Auto was von Deutschland nach Gambia fährt,ist viel besser als die Autos die per Schiff kommne und die meistens noch nicht mal mehr fahrbereit sind. Die Autos der Rallyefahrer sind da in einen viel besseren Zustand und werden dementsprechend gut verkauft.

 

Was mögen die Kaufinteressierten für Autos?

 

Nun, um es kurz zu sagen: die Autos sollten asiatisch sein, ein Schaltgetriebe haben, und als Antrieb sollte ein Dieselmotor vorhanden sein. Ein Auto mit diesen Vorraussetzungen bringt einen hohen Versteigerungserlös. Gerne werden Kleinbusse gekauft, allerdings ist hier ein Dieselmotor besonders wichtig. Warum ist ein Dieselmotor für die Afrikaner so wichtig?

Es gibt in Westafrika nicht immer genügend Benzin, wogegen Diesel reichlich vorhanden ist. Und in Afrika gelten Fahrzeuge mit Dieselmotoren als verbrauchsarm und langlebiger. Allerdings sind in letzter Zeit auch Kleinwagen mit Benzinmotoren asiatischer Produktion gut versteigert worden. Wenn man Glück hat, bekommt man für sein Auto durchaus den doppelten Betrag, als wie man für das Auto in Deutschland bezahlt hat.

 

36 Autos wurden versteigert. Es war alles dabei. Von einem alten Opel Kadett bis zu Leicht LKW der Marke Mercedes. Alle Autos standen in einem Teil des Stadiongeländes und konnten 2 Stunden lang von den Interessenten begutachtet werden. Probefahrtenwaren nicht gestattet. Viele Teams hatten Flyer angefertigt und an die Interessenten verteilt. Auf diesen Flyern war der Typ, Baujahr, Kilometerstand und alle anderen technischen Daten des Fahrzeuges vermerkt. So konnte sich die Interessenten gut informieren. Ich hatte die Flyer bereits in Deutschland vorbereitet und Katrin hat sie dann im Flieger mitgebracht. So waren wir bestens für die Versteigerung gerüstet.

Neben dem Ersteigerungsbetrag musste der Käufer auch einen gewissen Einfuhrzoll Betrag zahlen. Deswegen waren bei der Versteigerung auch etliche offizielle Vertreter des gambianischen Staates vor Ort. Meist ist es so, das die Ersteigerer einen Teilbetrag anzahlen. Nachdem dann der Restbetzrag inclusive dem Zollbetrag gezahlt ist können die neuen Besitzer mitnehmen. Bis dahin werden die Autos alle auf dem Gelände der DBO abgestellt. Sehr selten haben die Ersteigerer soviel Geld dabei umd as Fahrzeug sofort komplett bezahlen zu können. Aber ab und an kommt das schon vor.

 

Vom Veranstalter, die Dresden -Banjul - Organisation gab es Mindestgebote. Dann konnte gesteigert werden. Ein Mann mit Megafon nahm die Angebote entgegen und es gab manchmal richtige "Bieterwettkämpfe".

Vom Platz wo die Autos besichtigt werden konnten, fuhren nun die Besatzungen mit ihern Wagen einen nach dem anderen einige Dutzend Meter zum Versteigerungsgelände. Die Reisenfolge legte die DBO fest.

 

Der Opel Omega von unserem Frauen Team Barbara und Sandra war das erste Fahrzeug von uns was unter dem Hammer kam. Die Marke Opel ist in Afrika eigentlich nicht sonderlich gefragt. Aber einen Tausender sollte der Omega schon bringen. Es wurden dann sogar 1600 Euro, das war eine kleine Überraschung. Damit hatte ich nicht gerechnet.

 

Der Einkaufspreis vom Omega wurde verdoppelt! Ein super tolles Ergebnis!

 

Mitten im Versteigerungsfeld kam dann der Opel Movano von Jürgen dran. Der Opel Movano ist baugleich mit dem Renault Master Transporter. Renault Fahrzeuge sind in Gambia beliebt und Transporter sowieso. Dazu war der Movano von Jürgen ein sehr großer Transporter. Wir dachten, das der Movano an der 3000 Euro Marke kratzen würde. Aber leider war bei 2250,00 Euro Schluss. Eventuell hätte Jürgen die Opel Insignien durch Renault Aufkleber ersetzen sollen. Immerhin war der Erlös 1000 Euro höher als der Einkaufspreis des Movanos in Deutschland gewesen. Also auch ein tolles Ergebnis.

 

Und dann passierte mit Jürgens Auto genau das, was sehr selten geschieht:

Die Ersteigerer hatten soviel Geld dabe, das sie den ganzen Betrag + Zoll bezahlten und weg war der Opel Movano!

 

Blieb als letztes Auto der "Nordhäuser Wüstenfüchsen 2.0", der KIA SORENTO!

 

Die Organisatoren "schoben" den KIA immer weiter nach hinten in der Versteigerungsliste. Er sollte einer der Höhepunkte der Versteigerung werden. Bisher wurden die meisten Autos zwischen 1000 und 3000 Euro versteigert. Es kam auch auf die "Show" der Fahrzeugbesatzungen an um den Preis hochzutreiben. So hielten einige Fahrer Pappschilder mit der Aufschrift "more" in die Höhe. Andere versprachen lautstark einen "Regentanz" aufzuführen wenn ein gewisser Betrag erreicht wurde. Also es war schon mächtig halligalli los. Ein Dresdner Team hatte Weihnachtsstollen mitgebracht und so kam auch das kulinarische nicht zu kurz.

 

Der KIA kam als vorletztes Fahrzeug zur Auktion. Ich hatte ein gutes Gefühl, ich wußte das dieses Fahrzeug einen hohen Betrag erreichen konnte. Asiatische Diesel SUVs sind sehr begehrt in Westafrika. In Deutschland hatten wir 2800 Euro für das Fahrzeug bezahlt. Wir mussten außer Ersatzräder und dem Unterfahrschutz nichts mehr investieren in das Auto.

Schnell waren 100.000 Dalasi geboten, das sind nicht ganz 2000 Euro. Der Preis ging relativ schnell hoch bis auf 250.000 Dalasi. Das war schon eine Wahnsinns Summe. Aber es war noch nicht Schluss. 270.000 Dalasi, dann 290.000 Dalasi und schließlich 300.000 Dalasi. Das sind ca. 5400 Euro. Eine grandioses Ergebnis. Damit führten wir die inofizielle Wertung an, welches Team das bestversteigerte Auto hat. Ein Auto wartete noch. Ein Fahrzeug eines Teams aus Königsbrunn in Bayern.

 

Es war ein Mercedes Leicht LKW mit Doppelkabine. Diese Fahrzeuge sind sehr begehrt und es werden Spitzenpreise dafür bezahlt. Man kann mit diesem Fahrzeug viel transportieren aber auch noch aufgrund der Doppelkabine viele Passagiere mitnehmen. Der Mercedes befand sich in einem prima Zustand, er würde sicher viel Geld für die DBO Projekte einbringen.

 

Die 100.000 Dalasi Marke war schnell erreicht. Auch die 200.000 Dalasi Marke war schnell geknackt. Dann wurden die Versteigerungsangebote zögerlicher, aber dennoch ging der Preis hoch auf 250.000 Dalasi. Und es ging noch weiter bis auf 271.000 Dalasi.

 

Und das war es dann.

 

Somit war unser KIA SORENTO 2,5 CRDI das automit dem größten Versteigerungsergebnis!

Wir freuten uns natürlich riesig, Katrin konnte es gar nicht fassen.

Unser Auto war das Auto des Tages - unser KIA Sorento!

 

Wir hatten Glück, der neue Besitzer hatte nicht genügend Geld dabei und zahlte  den KIA an. So konnten wir ihn noch ein , zwei Tage nutzen. Natürlich mit aller Vorsicht. der Wagen war ja verkauft. Sollte was passieren, hätten wir ein Problem. Aber, es ging alles gut und am nächsten Tag stellten wir den KIA auf dem DBO Gelände ab!

 

 

 

Damit endet unser Rallye Tagebuch. Ich könnte  noch das eine oder andere berichten, aber es soll nun gut sein. Etwas haben wir uns geärgert über die Preisverleihung bei der Abschlussparty. Aber Ärger ist ein schlechter Ratgeber und wir wären nicht die "Wüstenfüchse" wenn wir uns davon beiindrucken lassen würden.

Und so haben wir nun auch eine Holztafel...

 

Wir waren sehr erfolgreich, aber unsere Hilfe geht weiter.

 

Sicher werden wir wieder an einer der nächsten Rallyes vom Breitengrad e.V. teilnehmen und dann heißt es wieder:

 

COOL - WIR FAHREN NACH BANJUL