Abenteuer Charity Rallye


Seit 2006 findet jeweils im März und im November die Rallye:

„Dresden-Dakar-Banjul“ statt.

 

Organisiert wird diese „Jedermann Rallye“ vom Verein „Breitengrad e.V.“, mit Sitz in Dresden. Jeder der sich zutraut diese anstrengende Rallye körperlich durchzuhalten, kann an dieser Rallye teilnehmen. Nach einer 20 tägigen Fahrt über 7500 Kilometer durch Deutschland, Frankreich, Spanien, Marokko, die Westsahara, Mauretanien und dem Senegal erreicht die Rallye dann Gambia. Gambia liegt an der Westküste Afrikas in der Sahelzone und wird vom 20 mal größeren Senegal umschlossen. Gambia ist es das kleinste Land Afrikas und hat ca. 1,7 Millionen Einwohner. Es herrscht ein tropisches Klima mit einer ausgeprägten feuchtheißen Regenzeit und einer darauf folgenden Trockenzeit. Die Organisatoren dieser Trans-Sahara-Rallye, der Verein „Breitengrad“ aus Dresden, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Afrika interessierte Leute, die gern Auto fahren und dabei soziale Projekte unterstützen wollen, nach Gambia zu begleiten. Die Rallye Piloten haben gerade bei dieser Charity Rallye die Gelegenheit, nicht nur eine besondere Rallye - Reise zu erleben, sondern auch Charity Projekte zu unterstützen.

 

Die Fahrzeuge, welche die Teilnehmer für diese Rallye benutzen, werden kurz nach der Ankunft in Gambia im Zentralstadion, auf einer öffentlichen Versteigerung, zum Kauf angeboten. Die ersteigerten Gelder und von den Teams mitgebrachte Sachspenden werden an die NGO "Dresden - Banjul - Organisation", kurz DBO genannt, übergeben oder direkt den Projekten übergeben.Die DBO ist eine Hilfsorganisation in Gambia. Seit 2007 hat sie den offiziellen Status einer NGO, also einer Nichtregierungsorganisation. Diese Organisation unterstützt schulische, medizinische und gesellschaftliche Projekte in Gambia. Die DBO finanziert mit den Erlösen aus der Versteigerung der Rallyeautos einzelne Hilfsprojekte.

 

Die Rallye Teilnehmer haben dabei die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild zu machen und bei der Übergaben der Spenden dabei zu sein. Die Dresden-Banjul-Organisation hat im Laufe der vergangenen 10 Jahre mehrere eigene Hilfsprojekte in Gambia ins Leben gerufen. Zum Beispiel eine Lehrwerkstatt für Autoschlosser, eine Lehrwerkstatt für Schreiner, eine Ausbildungsstätte für Köche und Servicekräfte und noch viel, viel mehr. Dies wurde nur möglich durch die Erlöse, der zweimal im Jahr stattfindenden Rallyes aus Dresden.

(pro Rallye ca. 80.000 - 100.000 Euro)

 

Mit welchem Auto kann man die Rallye mitfahren?

Prinzipiell ist jeder PKW/Transporter/Geländewagen für die Rallye geeignet.

Beliebte Fahrzeuge der Rallye Fahrer sind VW Passat, Mercedes C Klasse, Ford Transit, VW Bus T4, Landrover. Aber auch mit VW Golf, Ford Mondeo und 5er BMW wird gerne gefahren. Beliebt in Gambia sind vor allem asiatische Fahrzeuge wie zum Beispiel Kia, Nissan, Hyundai oder Toyota. Garantiert viel Geld gibt es bei der Versteigerung für alle Großraumfahrzeuge wie Mercedes Sprinter, Renault Master oder Fiat Ducato. Auch Iveco Transporter erzielten gute Ergebnisse bei den bisherigen Versteigerungen. Es fuhr auch schon ein LKW W50 und mindestens zwei Trabant 601 die Rallye nach Gambia mit. Die meisten Rallye Fahrzeuge haben in Deutschland einen Wert von 100 bis 2000 Euro. In Gambia werden diese Autos dann oft für das doppelte versteigert.

 

Dieselfahrzeuge sind beliebter als Benziner. Die Afrikaner bevorzugen außerdem Autos mit Schaltgetriebe. Die Fahrzeuge sollten in einem guten Zustand sein. Bremsen und Fahrwerk und vor allem das Kühlsystem werden besonders schwer belastet während der Rallye. Die Fahrzeuge können mit normalem Kennzeichen nach Gambia gefahren werden. Besser ist es allerdings die Rallye mit einem Ausfuhrkennzeichen zu fahren. Die Fahrzeuge werden in Gambia sowohl von Privat- als auch von Geschäftsleuten ersteigert. Die Autos werden dann oft, vor allem die Kleinbusse, als Taxis genutzt. Andere Fahrzeuge werden zum Beispiel als mobile Schusterwerkstätten oder Safari Fahrzeuge verwendet. Aber auch Oldtimer Sammler aus Afrika interessieren sich für die Autos und kommen regelmäßig nach Banjul zur Versteigerung. So hat vor ein paar Jahren ein Libanese einen teilnehmenden Trabant 601ersteigert und in den Libanon gebracht. Der Trabant befindet sich jetzt in Beirut in einem Automuseum.

 

Wie lange braucht man Urlaub? (Erfahrungen der "Wüstenfüchse")

4 Wochen sollten reichen....

Wir sind bei unserer 1. Rallye Teilnahme am 07.11. 2015 gestartet und waren am 26.11.2015 in Banjul. Die Versteigerung der Autos war am 29.11.2015.

Wir waren dann bis zum 02.12.2015 in einem Hotel in Banjul. In der Zeit in Banjul besichtigten wir verschiedene Projektstandorte der DBO und übergaben unsere mitgebrachten Spenden. Die Vorbereitungen für die Rallye dauerten mehr als 1 Jahr! Am 02.12.2015 sind wir mit Umweg von Banjul über Manchester nach Hannover geflogen, wo wir am 03.12.2015 eintrafen.

 

Bei unserer 2. Rallyeteilnahme starteten wir am 11. November 2017.  Wir sind dann nach der Rallye von Banjul nach Amsterdam geflogen und von dort aus mit einen von uns in Amsterdam stationierten Kleinbus nach Hause gefahren. Wir starteten am 11.11. 2017 und waren am 07.12. 2017 wieder in Nordhausen.

 

Zur Geschichte der Rallye - Teilnahme der „Nordhäuser Wüstenfüchse“:

Michael S. hatte bereits im Jahr 2009 von dieser Rallye, mit caritativen Charakter, gehört. Auf irgendeinem Sender war da mal ein Bericht über diese Rallye Reise. Seitdem nervte er seine Frau... er wollte da mal unbedingt mitfahren. Aber es klappte lange nicht. Immer kam was anderes dazwischen. Bei einer Feier kurz vor Jahresende 2013, erzählte er dann seinem Bekannten Hartmut von dieser Sache. Hartmut war begeistert und Michael hatte einen Rallyepartner gefunden. Sie überlegten einen Namen für das Team. In Anlehnung an den Fennek, dem kleinen Sahara Wüstenfuchs, nannte sich das Team: „Nordhäuser Wüstenfüchse“. Hartmut meinte dann später, das sein Sohn auch Interesse hätte mitzufahren und so waren die „Wüstenfüchse“ komplett. Das Team wurde bei den Rallye Organisatoren in Dresden angemeldet, im Februar 2015 sollte es losgehen. Dann kam die Ebola Krise. Deswegen verschoben die „Wüstenfüchse“ ihren Rallye Start auf den November 2015. Vom Veranstalter bekam das Team die Startnummer : 0611 zugewiesen. Diese Nummer kann das Team auch bei weiteren Rallye Teilnahmen verwenden.

 

Hartmut besorgte inzwischen das Auto, einen Ford Transit Diesel, Baujahr 2004.

Einiges war kaputt an dem Fahrzeug, wir bekamen den Transit von einer Firma geschenkt. Getauscht werden musste der Anlasser, die Kupplung und noch so einiges andere.

Dann wurde die Ausrüstung organisiert. Zum Beispiel Wasserbehälter, ein Zelt, Campingkocher, Dachgepäckträger für den Transit, Luftbetten, Kühlboxen, Konserven, Werkzeug und noch viel, viel mehr. Die komplette Rallye Ausrüstung wurde übrigens der DBO nach der Rallye als Sachspende übergeben. Die restlichen Konserven gingen als Spende an die Armenspeisung in Banjul. Die beiden Kühlboxen gingen als Direktspende an eine Arztstation in Gunjur /Projekt Kundembo. (weitere Infos hier)

 

2017 machten sich die "Nordhäuser Wüstenfüchse" wieder auf den Weg nach Gambia. Michael wollte ein zweitesmal diese Rallye mitfahren und fand auch schnell weitere Mitstreiter. Es waren durchweg "Rallye Neulinge". Diesmal fuhren 5 Teammitglieder mit 3 Autos nach Gambia. (weitere Infos hier)

 

Die Kosten

Jedes Rallye Teilnehmer muss 775 Euro an Startgebühren beim Veranstalter bezahlen. Das Team schafft sich gemeinsam ein oder mehrere Autos an. Je nach Autotyp kommen 0 bis 2000 Euro auf das Team zu. Manche Teams bekommen auch von den Nachbarn oder Freunden ein Auto geschenkt. Es ist völlig egal ob es ein Allrader oder Kleinbus ist. VW Golf, VW T4, Opel Kadett, MB 190, MB Vito, Audi 80, KIA, Ford, Trabant, Lada Niva... alles ist möglich. Sollte ein Auto unterwegs defekt gehen sind die Teams für die Behebung des Defektes verantwortlich. Auch für die Ersatzteilbesorgung. Die Organisatoren helfen bei Problemen, aber die Hauptverantwortung trägt das Team. Deshalb sollten die KFZ so gut möglich vorbereitet werden, dass so wenig wie möglich Pannen passieren können.

In Europa fallen hohe Mautkosten an. Diese müssen vom Team getragen werden wie auch alle anderen Kosten:

  • Kosten Fährüberquerung Europa - Afrika
  • Maut Marokko
  • Nationalparksgebühren Afrika
  • Lebensmittel
  • Übernachtungskosten Camping oder Hotel
  • KFZ Versicherung Mauretanien
  • KFZ Versicherung Gambia
  • Ausfuhrkennzeichen
  • Visum Mauretanien
  • Rückflug nach Europa
  • Impfungen gegen Gelbfieber usw.

Bitte hier klicken für weitere Kosten Infos des Veranstalters!

 

Bei unserer ersten Rallye Teilnahme hatten wir Gesamtkosten von ca. 3000 Euro pro Teilnehmer. Bei unserer zweiten Teilnahme hatten wir Kosten von etwa 3500 bis 4000 Euro pro Person. Bei unserer 1. Rallye waren wir 3 Personen und hatten ein Auto. Also einen Kostenfaktor von ca. 33 % pro Auto /Teammitglied. Allerdings hatte jedes Teammitglied auch nur einen Rallye Streckenfahranteil von ca. 33 %. Bei der 2. Rally Teilnahme fuhren 5 Teammitglieder mit 3 Autos die Rallye nach Gambia. Das bedeutet einen Kostenaufwand von etwa 60% pro Teammitglied  und pro Auto. Allerdings betrug der Rallye Fahranteil pro Teammitglied dafür etwa 60 % . Mehr Fahrzeuge ergibt höhere Kosten, aber eben auch mehr Rallye Fahranteile und damit mehr Abenteuer und mehr Spaß! Im Gegensatz zur ersten Rallye Teilnahme war das Hotel in Gambia bei der 2. Teilnahme wesentlich besser und dadurch auch teurer. Auch hatten wir wesentlich mehr Unterstützungsgüter nach gambia mitgenommen die wir ja auch in Deutschland bezahlen mussten. In den Gesamtkosten sind auch die Impfkosten enthalten, die je nach Krankenkasse bis zu 500 Euro betrugen. Ein Teammitglied hatte bei der 2. Rallye keine Impfkosten mehr zu realisieren und deshalb auch weniger Gesamtkosten.

 

Sponsoren / Unterstützer

Wir bekamen finanzielle Unterstützung von verschiedenen Personen, Firmen und Organisationen. Diese Mittel halfen uns, unsere Fahrzeuge sicher nach Gambi zu bringen. Die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren war bei der 2. Rallye Teilnahme sehr viel höher als bei der 1. Teilnahme. Es lohnt sich also nach Unterstützern zu suchen.

 

Wer auch mal Lust hat, diese „Wüsten Rallye“ mitzufahren und noch mehr Infos braucht, kann sich gerne an die „Wüstenfüchse“ wenden. Schickt uns eine Mail.